VON BENJAMIN BÖGLI UND OTHMAR VON MATT

Die Aktivitäten wurden plötzlich hektisch. Der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass schlug seinem Berner Kollegen Reto Nause und der Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer ein Treffen vor. Grund: Die Städte Zürich, Bern und Basel sind unzufrieden mit den Resultaten, die Sportminister Ueli Maurers runder Tisch ergeben hat.

Es sollte endlich vorwärtsgehen im Kampf gegen das Gewaltproblem im Fussball. Telefon- und Mail-Kontakte hatten bereits stattgefunden. Doch zu einem realen Treffen kam es trotzdem nicht – und wird es bis zum 11. Juli auch nicht kommen. Obwohl dann die neue Fussballsaison der Super League beginnt. Es waren die Sommerferien, die den drei Polizeivorstehern einen Strich durch die Rechnung machten: Sie fanden schlicht und einfach keinen Termin.

Sportminister Ueli Maurer reagiert gelassen auf die Kritik aus Bern, Zürich und Basel. «Ich freue mich, wenn die Kantone finden, es gehe zu langsam», sagt er im Interview (Seite 11 und 12 im «Sonntag») – und hält fest: «Vor einem halben Jahr haben sie sich noch gesträubt, etwas zu tun. Wenn sie nun endlich erwachen, ist das gut.» Der Bund selber habe «keine Handlungskompetenzen», betont Maurer. «Er kann nur helfen, alle an einen Tisch zu setzen und gemeinsame Ziele zu formulieren.»

Maurer dämpft auch allzu optimistische Erwartungen. «Wir werden drei bis vier Jahre brauchen, bis man eine spürbare Reduktion der Gewalt hat», sagt er. «Wir können nicht verhindern, dass es auch dieses und nächstes Jahr Spiele mit Ausschreitungen gibt.» Eines seiner möglichen Mittel gegen die Fussballgewalt sind Justizschnellverfahren in den Stadien. «Wir prüfen, ob der Bund den Kantonen solche Schnellverfahren vorschreibt», sagt Maurer.

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