VON BRUNO WÜTHRICH

Spielverbot für den FC Basel, GC oder den SC Bern: Dieses Szenario könnte ab September Wirklichkeit werden. «Man muss wegen der Schweinegrippe damit rechnen, dass es zu Absagen von Spielen kommen kann», sagt BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher. In der Schweiz wurden bereits 220 Schweinegrippe-Erkrankungen bestätigt.

Doch die grosse Welle wird ab September erwartet. Ein Impfstoff wird erst ab Oktober verfügbar sein. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck an Massnahmen gegen eine Pandemie. Ein Verbot von Massenveranstaltungen wird zum Thema. BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher sagt: «In Stadien ist man nahe beieinander, da herrscht Ansteckungsgefahr. Auch in Mexiko wurde diese Massnahme ergriffen. Solche Situationen könnte es auch bei uns geben.»

Roger Müller vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) wünscht sich möglichst bald Empfehlungen der Behörde. «Wir haben Erfahrung mit Spielverschiebungen. Wegen starken Schneefalls mussten wir schon oft mehrere Spiele verschieben. Notfalls würden wir drei- bis viermal pro Woche spielen, um trotz längerer Verbotsphase sämtliche Partien austragen zu können.» Ähnlich beurteilt dies Denis Vaucher, Geschäftsführer der National League (Eishockey). «Ein paar Wochen Unterbruch könnten wir aufholen.»

Würden Spiele ersatzlos ausfallen oder müssten ganze Meisterschaftsrunden gestrichen werden, hätte dies für einige Klubs erhebliche Konsequenzen. Gemäss Geschäftsführer Jean Jacques Aeschlimann wäre der NLA-Eishockeyverein HC Ambri-Piotta gegen ein derartiges Worst-Case-Szenario nicht versichert und müsste mit Einnahmeverlusten von mehreren hunderttausend Franken rechnen.

Anders sieht es beim Ligakonkurrenten SCL Tigers aus. Gemäss CEO Heinz Schlatter sind die Emmentaler für solche Fälle versichert. Der Vorschlag, statt Spiele abzusagen, könnten an den Stadioneingängen Schutzmasken verteilt werden, wird vom BAG abgelehnt. «Diese Massnahme ist ungeeignet. Die Masken würden von den meisten Zuschauern sowieso nicht getragen», sagt Pressesprecher Zürcher. Ohnehin könne das BAG nur empfehlen; entscheiden würden die Kantone.