Zwischen den Kantonen Zürich und Aargau ist im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag zum Flughafen mit Deutschland der Streit um den gekröpften Nordanflug offen entbrannt. Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) sagt im Interview, die Deutschen seien mit dem gekröpften Nordanflug offensichtlich einverstanden: «Das ist aus Zürcher Optik ein Pluspunkt dieses Vertrags.»

Und Stocker geht noch weiter: «Hätte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ihn verhindern wollen, hätte es wohl geschaut, dass der Staatsvertrag dies nicht ermöglicht.» Das sei «ein Signal». Mit dem gekröpften Nordanflug liessen sich für ihn die 20 000 Flugbewegungen, welche die Schweiz neu übernehmen muss, gerechter verteilen.

Ganz anders sieht das der Aargauer Verkehrsdirektor Peter C. Beyeler (FDP). «Aus unserer Beurteilung steht nichts Spezielles im Staatsvertrag, was den gekröpften Nordanflug betrifft», betont er. «Auf jeden Fall würde er die Flughafen-Kapazitäten beschränken. Mit Satellitensteuerung ginge ein Drittel der Kapazitäten verloren. Das vergessen alle Politiker», sagt Beyeler. Es sei aber «völlig falsch, freiwillig Kapazitätseinbussen in Kauf» zu nehmen in einer Situation, in der man schon vom Staatsvertrag her Restriktionen habe. Beyeler: «Das ist negativ für den Flughafen. Das darf man nicht akzeptieren.»

Den Streit wird das Bundesamt für Zivilluftfahrt der Aargauer Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) schlichten müssen. Ernst Stocker: «Sie wird ein Machtwort sprechen müssen.»

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