VON OTHMAR VON MATT

Nun schaltet sich die CVP in die Diskussion um die Ge-sundheitskosten und die Explosion der Krankenkassen-prämien ein. In ihrem Papier «Umbau des Gesundheits-wesens Schweiz» entwickelt die Partei in 17 Thesen die Grundlagen für ein nachhaltiges Gesundheitssystem.

Das Papier ist vom Präsidium noch nicht verabschiedet und soll am Parteitag vom 20. Juni diskutiert werden. Es greift zwei heikle Tabus auf:

Soll das Leben unheilbar Kranker um jeden Preis verlängert werden?

Sollen Patienten, die am Lebensende stehen, um jeden Preis medizinisch bestmöglich behandelt werden?

Im Falle von unheilbar kranken Krebspatienten kommt die CVP im Papier zum Schluss: «Eine Übermedikation durch Off-Label Use (nicht zugelassene Arzneimittel) und eine Verlängerung des Lebens à tout prix sind bei solchen schwerwiegenden Fällen fehl am Platz.»

Und im Falle der Rationierung für Patienten am Lebensende will die CVP den Bundesrat auffordern, «die Lösungen der skandinavischen Länder zu untersuchen und konkrete Vor-schläge für die Schweiz zu präsentieren». High-Tech-Medizin soll hier nur noch gemäss WZW-Kriterien (wirksam, ziel-gerichtet, wirtschaftlich) angewandt werden.

Christophe Darbellay ist sich bewusst, dass er und seine Partei heikles Terrain betreten. In den Bereichen Onkologie und Rationierung stellten sich «viele ethische Fragen», sagt der CVP-Präsident. «Dieser Diskussion muss man sich stellen. Und gerade die CVP mit ihren christlich-ethischen Werten will darüber diskutieren.»

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!
Foto: Bruno Arnold - EQ Images