Der Bücher- und Musikhändler schliesst in der Schweiz 25 bis 30 Filialen. Dabei wird es auch zu Entlassungen kommen, wie «Der Sonntag» erfahren hat. Ex-Libris-Sprecherin Marie-Christine Schindler bestätigt, dass Ex Libris das Filialnetz überprüft und einzelne Standorte schliessen will.

Die Spanne von 25 bis 30 Filialen will sie weder bestätigen noch dementieren. «Es wird eine Bereinigung geben, in welchem Umfang ist noch offen», sagt sie. Derzeit umfasst das Netz des «multimedialen Vollsortimentsanbieters» 113 Filialen. Somit steht fast jede vierte Filiale vor dem Aus. Besonders stark betroffen könnte die Region St. Gallen sein, wo Ex Libris stark vertreten ist.

Der Abbau hat bereits begonnen, so wurde die Filiale im Zürcher Einkaufszentrum Letzipark geschlossen. Folgen wird ein grosses Geschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse. Auch nach dem Abbau werde das Geschäftsstellennetz von Ex Libris noch «sehr dicht» sein, sagt Schindler.

Derzeit werden Gespräche mit betroffenen Mitarbeitern geführt, sagt Schindler. «Kündigungen werden wenn immer möglich vermieden.» Es werde nach Lösungen gesucht, die Angestellten intern weiterzubeschäftigen. Die Ex-Libris-Filialen werden sehr schlank geführt: Im Durchschnitt arbeiten pro Laden zwei bis drei Personen. Im Online-Handel, den das Unternehmen in den letzten Jahren stark forciert hat, wurden zuletzt die meisten neuen Stellen geschaffen.

Wenig überraschend sind die «veränderten Konsumgewohnheiten» ein wichtiger Grund für die Schliessungen. Das heisst: Die Leute kaufen weniger im Laden ein, sondern bestellen Bücher im Internet oder laden die Musik elektronisch herunter. «Die Leute kaufen anders», sagt Schindler. Die Filialen sollen künftig vermehrt als Abholstützpunkte für elektronisch bestellte Artikel benutzt werden.

Weltweit kommen die klassischen Bücherhändler immer stärker unter Druck. Der Zürcher Grossbuchhändler Orell Füssli schrieb im ersten Halbjahr 2012 rote Zahlen. Kürzlich gab er bekannt, seine Verkaufsflächen im Berner «Westside» massiv zu reduzieren.

Der Händler kämpft damit, dass er für die Kunden zwar ein grosses Sortiment anbietet, aber diese trotzdem oft nicht fündig werden und im Internet bestellen. Im Rückzug begriffen ist auch die deutsche Thalia-Gruppe, die in der Stadt Bern das Flächenangebot verkleinern will.

Ex Libris musste 2011 einen Umsatzrückgang von 11,9 Prozent auf 168,7 Millionen Franken hinnehmen. Negativ beeinflusst wurden die Zahlen auch durch die Weitergabe des Euro-Vorteils an die Kunden. Gewinnzahlen publiziert das Unternehmen nicht.

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