VON PATRIK MÜLLER

Fast zwei Jahre wurde Max Göldi unschuldig in Libyen festgehalten, bis er im vergangenen Juni endlich freigelassen wurde. Inzwischen hat er sich erholt – und beginnt ab morgen sogar wieder zu arbeiten. Göldi bleibt bei der ABB, für die er auch in Libyen war, und es zieht den Ingenieur erneut ins Ausland: nach Tokio. Japan ist eine Art zweite Heimat für ihn, denn von dort stammt seine Frau Yasuko.

«Es ist ein Glücksfall», kommentiert Esther Göldi, die Schwägerin von Max Göldi, den neuen Job. Er freue sich darauf und es gehe im zurzeit gut. «Wir hoffen, dass es so bleibt.» Die Erholung brauche nach einer solchen Erfahrung ihre Zeit. In den Wochen nach seiner Freilassung in Tripolis fiel Max Göldi in ein Loch.

Er erhielt von der ABB eine Auszeit und wurde auch psychologisch unterstützt. Aus Göldis Umfeld verlautet, ABB habe sich immer fair verhalten. Max Göldi sprach mit Konzernchef Joe Hogan persönlich. Das Unternehmen gab ihm so viel Zeit zur Erholung, wie er brauchte. Nun, wo es ihm wieder gut geht, bietet man ihm eine Stelle in seinem Wunschland Japan an.

Zurzeit befindet sich das Ehepaar Göldi bereits in Tokio. Weihnachten verbrachten sie noch in der Schweiz – erstmals seit 2007 konnten sie das Fest wieder vereint im Kreis der Familie feiern.

Max Göldi hat zwei Brüder und eine Schwester, die alle gemeinsam mit ihren Angehörigen feierten. Es versteht sich von selbst, dass es für die ganze Familie ein ganz besonderes Fest war. Die Brüder Moritz und Christian Göldi hatten sich während der Gefangenschaft von Max öffentlich für seine Freilassung eingesetzt, gingen dabei aber stets behutsam vor.

Göldi und ein zweiter Schweizer ABB-Mitarbeiter, Rachid Hamdani, waren im Juli 2008 wegen angeblicher Verstösse gegen Einwanderungs- und Visa-Vorschriften festgenommen worden. Man geht heute davon aus, dass es sich um einen Racheakt des libyschen Staatschefs Gaddafi handelte, dessen Sohn Hannibal wenige Tage zuvor in Genf festgenommen wurde, weil er zwei Hausangestellte misshandelt haben soll.

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