VON KATIA MURMANN

Der Hacker war gestern. Heute heisst er korrekt «Kennwortknacker». Auch Airbag, Chatroom und Fitness sind Vergangenheit – zumindest für die Angestellten der Bundesverwaltung. Sie werden von der Bundeskanzlei angehalten, in ihrer Kommunikation auf Anglizismen zu verzichten – ebenso wie auf speziell männliche Formulierungen.

Mit seinen Sprachvorschriften liegt der Bund im Trend: Unlängst verordnete die Stadt Bern ihren Mitarbeitern, statt Fussgängerstreifen «Zebrastreifen» zu sagen und statt Mutter oder Vater «das Elter».

«In den amtlichen Publikationen werden Anglizismen vermieden, wenn eine gebräuchliche Entsprechung des Begriffs in der jeweiligen Landessprache vorliegt», sagt Thomas Abegglen von der Bundeskanzlei. «Es ist kulturell von Vorteil, wenn in einer der Landessprachen kommuniziert wird.» Auch dem Bundesrat ist es ein Anliegen, «die Zahl der Anglizismen in der Kommunikation zwischen dem Staat und den Bürgerinnen und Bürgern» zu senken. So steht es in der Antwort der Regierung auf eine Interpellation von SVP-Nationalrat Dominique Baettig.

Um es ihren Beamten so einfach wie möglich zu machen, englische Begriffe zu vermeiden, hat die Bundeskanzlei eine Liste mit Anglizismen und deren deutsche, französische und italienische Übersetzungen ins Internet gestellt. Das Glossar umfasst mehr als 500 Wörter und wird laufend erweitert.

Zudem haben die Sprachpfleger des Bundes im vergangenen Dezember einen Sprachenmorgen veranstaltet, bei dem auch Verantwortliche von Post, SBB und der kantonalen Verwaltungen im richtigen Umgang mit dem Englischen geschult wurden. Der sehr englische Titel der Veranstaltung: «Let’s Stop Kidding Ourselves» (Hören wir auf, uns selbst etwas vorzumachen). Wie der Bundesrat berichtet, war der Anlass ein voller Erfolg und soll wiederholt werden.

Nun hofft man beim Bund, dass sich nicht nur die Beamten, sondern auch die Politiker an die neue Sprachregelung halten. Thomas Abegglen: «Wenn das Parlament und seine Mitglieder die Empfehlungen der Bundeskanzlei übernehmen möchten, würde dies die Aktivitäten der Bundeskanzlei positiv verstärken.»

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