VON VASILIJE MUSTUR

Die Schweizer Traditionsfirma Victorinox stellt gern einen Zusammenhang zwischen ihren Produkten und den positiven Eigenschaften der Schweiz her, wie beispielsweise Zuverlässigkeit und Qualitätsarbeit. Selbst am Boden der Ankunftshalle des Flughafens Zürich bekommen Touristen als Erstes ein Wappen des Taschenmesserherstellers zu Gesicht.

Nun wird dieses Bild getrübt: Die Zollverwaltung Muttenz BL behält eine Ladung importierter Ware von Victorinox zurück. Die Firma mit Sitz in Ibach bei Schwyz soll gegen das Wappen- und Markenschutzgesetz verstossen.

Was bisher geschah: Vor acht Monaten reichte Thomas Minder, Inhaber der Trybol AG, Hersteller für Kosmetikartikel und Initiant der Volksinitiative gegen «Abzockerei», bei der Eidgenössischen Zollverwaltung einen Antrag gegen Victorinox ein: Die Behörde müsse gegen das Familienunternehmen ermitteln.

«Ich habe schon seit Jahren den Verdacht, dass Victorinox gegen das Schweizer Marken- und Wappenschutzgesetz verstösst», begründet Minder sein Vorgehen. Die Zöllner schritten zur Tat – und wurden letzten Montag im Kanton Baselland fündig.

Gemäss internen Unterlagen des Zollinspektorats Muttenz, die dem «Sonntag» vorliegen, wurden 116 Kisten mit 558 Kilogramm Material blockiert. Darin befinden sich Taschen, Koffer, Regenschirme und Schlösser. Diese wurden von der niederländischen Firma VOS Distris Logistic per Schiff nach Belgien transportiert. Danach führte der Dübendorfer Importeur Coradi AG die Produkte per Lastwagen in die Schweiz ein.

«Der zuständige Zöllner hat mir bestätigt, dass es sich um Victorinox-Artikel handelt und deren Wappen mit rotem Hintergrund und weisser Flagge deutlich zu sehen ist», sagt Thomas Minder. «Und dass ein Grossteil der bereits geöffneten Ware aus China und Taiwan stammt.» Gegenüber dem «Sonntag» wollte sich die Zollverwaltung dazu nicht äussern.

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