«Fall Hildebrand: Selbstmord-Versuch des Datendiebes», titelte die «SonntagsZeitung» vor zwei Wochen auf der Frontseite. Im Text auf Seite 2 hiess es: «Der Sarasin-Informatiker, der den Fall Hildebrand ins Rollen brachte, wollte sich töten.»

Die Meldung machte die Runde. Auch ausländische Medien wie «Bild», «Spiegel», «Wall Street Journal» und der französische Fernsehsender TF 1 berichteten auf ihren Online-Portalen über den Selbsttötungs-Versuch des Datendiebes Reto T.

Doch die Meldung, auf die sich die Medien bezogen, hat einen Haken: Sie ist falsch.

Im Gespräch mit dem «Sonntag» nahm Reto T. diese Woche erstmals auch zum vermeintlichen Selbsttötungs-Versuch Stellung. Er dementiert den Suizidversuch: «Das stimmt nicht.»

Bei der «SonntagsZeitung» ist allerdings kein Dementi eingegangen. Simon Bärtschi, stellvertretender Chefredaktor: «Bis heute hat es keine Reaktion auf den Artikel vom 8. Januar gegeben. Weder R.T., noch dessen Anwalt haben reklamiert oder gar eine Berichtigung verlangt.» Laut Bärtschi hat die «SonntagsZeitung» «drei glaubwürdige und voneinander unabhängige Quellen». Nur: Wer könnte in dieser Sache besser Bescheid wissen als der Betroffene selbst?

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