Ab 2014 ersetzt die Swiss ihre Jumbolinos mit einer neuen Flugzeuggeneration – den CSeries-Maschinen von Bombardier. Sie verursachen weniger CO2 und sind deutlich leiser als ihre Vorgänger. Nur: Sie sind auch deutlich grösser. «Die Flugzeuge der CSeries haben eine Spannweite von 35,1 Metern, ein Jumbolino hat 26,2 Meter», bestätigt Flughafen-Zürich-Sprecher Marc Rauch. Ein Unterschied von 8,9 Metern – das hat Folgen für die Parkplatzsituation auf dem Flughafenfeld.

Der Flughafen Zürich hat deshalb vergangenen Mittwoch beim Amt für Verkehr ein Plangenehmigungsgesuch für neue Parkflächen eingereicht. Laut Marc Rauch sind sieben sogenannte Code-C-Standplätze vorgesehen, die der Grösse der CSeries-Maschinen entsprechen.

Die Bauarbeiten für die neuen Standplätze sollen frühestens Ende des kommenden Jahres beginnen. «Heute befinden sich dort eine Wiese, die unter anderem im Winter als Schneedeponie genutzt wird, sowie Flächen für Handling- und Baumaterial», sagt Marc Rauch.

Was die Bauarbeiten kosten werden, verrät der Flughafen nicht. Doch ist bereits jetzt klar, dass die Flughafen Zürich AG diese selbst bezahlen wird, wie Swiss-CEO Harry Hohmeister gegenüber dem «Sonntag» bestätigt: «Wir bezahlen dem Flughafen Passagier-, Start- und Landegebühren. Für Immobilieninvestitionen kommt die Flughafen Zürich AG selber auf.»

Die Swiss und die Lufthansa-Gruppe gehören mit ihrer Bestellung von 30 CSeries-Maschinen zum Preis von rund einer Milliarde Franken zu den ersten Kunden des neuen Bombardier-Flugzeugs. Die heutige Europa-Flotte der Swiss umfasst 20 Avro RJ100, genannt Jumbolino. Dank tieferer Wartungskosten und verbrauchsärmerer Triebwerke verringern sich die Kosten für die Swiss mit den CSeries pro Sitzplatz um rund 10 Prozent.

Ab 2012 erweitert die Swiss zudem ihre Lang- und Mittelstreckenflotte um fünf beziehungsweise vier Airbus-Maschinen. Auch dafür beträgt das Investitionsvolumen rund eine Milliarde Franken. Irgendwann wird die Airline auch die A340-Flotte erneuern müssen. «Darüber machen wir uns natürlich schon jetzt Gedanken», sagt Hohmeister. «Wir schauen uns zurzeit sehr viele Modelle an, von den Boeing 787 und 777 über den Airbus 340-600, 350-900 bis hin zum 350-1000.»

Diese Auswahl zeigt, dass die Swiss in Richtung grössere Maschinen gehen möchte. Denn gegenüber den heutigen A340-Maschinen verfügen sie tendenziell über mehr Sitzplätze. Die Swiss reagiert damit auf die weiterhin steigende Nachfrage. Allein dieses Jahr beförderte die Fluggesellschaft in den ersten neun Monaten 11,6 Millionen Passagiere, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Spannend ist zudem, dass Hohmeister auch die Boeing 787 in Betracht zieht. Denn dabei handelt es sich um das Prestigeprojekt vom US-Hersteller Boeing – den Dreamliner. «Wir sind aber noch weit von einer Entscheidung entfernt», sagt Hohmeister. «Zuerst gilt es, die bestehenden Investitionen zu tätigen. Weitere Maschinen würden frühestens 2020 dazukommen.»

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