DIE NEUE XENIA

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Vize-Miss Xenia Tchoumitcheva und TV-Star Michelle Hunziker gelten als die Schweizer Superblondinen – jetzt bekommen sie Konkurrenz.

VON SACHA ERCOLANI

«Obwohl Laura bei ihrer Teilnahme am Elite Model Look nicht gewann, ist das Interesse an ihr enorm», schwärmt Ursula Knecht (51), Chefin der renommierten Agentur Option und Entdeckerin von Topmodels wie Julia Saner (18) oder Patricia Schmid (25). «An den Zürcher Fashion Days war sie gar unser meistgebuchtes Model. Jetzt arbeitet Laura seit einem Monat in Mailand und angelt sich einen Laufsteg- und Fotojob nach dem anderen.»

In der italienischen Modemetropole wohnt die junge Zermatterin in einer von der Agentur kontrollierten Model-WG. «Obwohl ich erst 15 bin, habe ich überhaupt keine Angst, allein um die Welt zu reisen», so Laura Zurbriggen selbstbewusst. Sie wolle etwas erreichen, arbeite hart für ihren Traum und sei auch bereit, auf vieles zu verzichten. «Klar vermisse ich meine Familie und meinen Freund, doch vorerst setze ich alles auf eine Karte: Mein Ziel ist es, als Model und Schauspielerin international Fuss zu fassen – ich wäre gerne die neue
Michelle oder Xenia.»

Die Chancen stehen gut, denn schon jetzt schwärmen zahlreiche Schweizer Kunden, dass «Laura eine Mischung zwischen Hunziker und Tchoumitcheva sei», sagt Ursula Knecht. Zudem hat sie gegenüber den beiden einen enormen Vorteil: «Laura ist einiges grösser – mit 178 Zentimetern hat sie perfekte Modelmasse für die internationalen Laufstege.»

Unterstützung erhält Laura Zurbriggen aber nicht nur von Agenturenchefin Knecht, auch ihre Eltern stehen zu hundert Prozent hinter dem Model-Vorhaben. «Meine Mutter und mein Vater sagen, dass, falls ich es nach einem Jahr nicht schaffen sollte, ich ja immer noch mit 16 oder 17 eine Ausbildung machen könne. Viele Sportler probieren das ja auch, warum also nicht ein Model?», so Laura Zurbriggen. «Es ist zwar nicht typisch schweizerisch, doch wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen.»

So entschied sie vor kurzem, die im August begonnene Verkäuferlehre im Sportgeschäft ihrer Eltern abzubrechen. Bisher mit Erfolg: Schon jetzt verdient das frischgebackene Model einiges mehr als eine ausgebildete Verkäuferin – pro Fotojob schon mehrere tausend Franken. Laura: «Den grössten Teil des Geldes spare ich, den Rest brauche ich für meinen Lebensunterhalt.»

Die ehemalige Sekundarschülerin hat aber noch mehr zu bieten, als nur schön zu sein: Als 8-Jährige gewann sie die Schweizer Meisterschaft im Slalom und bis vor einem Jahr fuhr sie erfolgreich Freestyle-Ski-Wettbewerbe. «Auf den Brettern zu stehen, ist meine grosse Leidenschaft», so Zurbriggen. «Doch als Beruf wollte ich es nie wirklich machen, denn täglich im Sommer und im Winter im Skiklub zu trainieren, daran hatte ich einfach keinen Spass mehr.»

Die Muse liege ihr mehr. «Für Theater, Mode und Kunst habe ich mich schon immer sehr interessiert.» Wegen ihres Aussehens wurde sie aber auch oft in der Schule gedisst. Laura Zurbriggen: «Vor allem die Mädchen waren eifersüchtig. Aber damit habe ich gelernt zu leben, denn ich bin ja eh lieber mit Jungs zusammen.»

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