VON CLAUDIA MARINKA

Bislang war nur bekannt, dass es sich um eine neue Quizshow mit Wissensfragen geht. Nun ist klar: In der neuen Sendung hat es für Moderator Roman Kilchsperger keine schönen Frauen mehr, dafür aber einen Hauptkandidaten und 30 bis 70 Gäste, die ihn gegen Geld bei der Beantwortung der Fragen unterstützen oder in die Irre führen. Daneben gibt es noch die Zuschauer, die das Spiel im Studio live mitverfolgen.

Zuschauerin Karin Mayerhofer Dobler war an der Aufzeichnung der Pilotsendung am vergangenen Dienstag dabei: «Ich hatte den Eindruck, dass die Leute nicht sehr überzeugt waren. Auf die Frage von Sybille Marti, ob wir uns denn diese Sendung ansehen würden, meinten einige: «ja», andere: «mal reinsehen, sicher», einige sagten mir auch ganz klar: «Das sei ein Seich.»

Und so funktioniert die neue Show von Roman Kilchsperger: In der Mitte steht ein Hauptkandidat. Der Moderator stellt ihm zehn Wissensfragen. Wie zum Beispiel: «Welches ist der höchste Berg ausserhalb von Asien?» oder «Woher kommen die Mozartkugeln?». Wenn der Kandidat eine Frage nicht weiss, darf er sich Hilfe holen. Dann kommen die Gäste zum Zug. Sie sitzen dort, wo jetzt noch die Moneygirls stehen – und tragen Nummernschilder.

Werden sie ausgewählt, müssen sie dem Kandidaten eine mögliche Antwort verkaufen. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie die Antwort wissen oder nicht. Wichtig ist einzig, dass sie eine glaubwürdige Geschichte erzählen, also gut bluffen können. Ob der Hauptkandidat die Antwort nimmt oder nicht, steht ihm frei. Der Antwortgeber muss mit dem Hauptkandidaten aushandeln, wie viel Geld dieser ihm zahlt. Dafür hat er 30 Sekunden Zeit. Er erhält den ausgehandelten Preis in jedem Fall – also auch, wenn seine Antwort ein Bluff war.

Beispiel: Auf die Frage «Welches ist der höchste Berg ausserhalb von Asien?», meinte einer der ausgewählten Gäste, dass seine Verwandten auf einer Velotour gewesen seien und in der Stube hänge jetzt das Bild von diesem Berg. Er wisse somit ganz genau, wie der heisst! Der Hauptkandidat schien überzeugt zu sein und wählte ihn aus. «Leider hatte der Auserwählte gelogen und keine Ahnung. Er kassierte 50 Franken.»

Das Konzept sieht vor, dass Kilchsperger für den Hauptkandidaten in der Mitte zwei Gäste auswählt, damit sie ihm helfen. Ob diese schon bei der Vorausscheidung ein «Märchen» auftischen können, um auf sich aufmerksam zu machen, ist noch offen.

«Bei einem zweiten Durchgang mussten die SF-Besucher alle ein Täfelchen in Form einer Kelle mit Nummer schwenken, um auf sich aufmerksam zu machen. Dazu animierten die Verantwortlichen die Besucher, auch mal aufzustehen und etwa zu schreien ‹Ich weiss es, nimm mich, mein Vater ist Lehrer›», sagt Mayerhofer.

Die Meinung der Besucher fiel unterschiedlich aus. «Einige meinten, sie seien nicht überzeugt vom Konzept, andere sagten «Das ist ein Seich!» und Dritte wiederum meinten, dass sie sich die Show anschauen würden», sagt Zuschauerin Mayerhofer.

Der Moderator sei klar, die Sendezeit noch nicht ganz, die Besucher sollen ihr die Daumen drücken, sagte Sibylle Marti, SF-Redaktionsleiterin für «Quiz und Spiele». Das Fernsehen werde jetzt in einer ersten Phase das heute gedrehte Material auswerten und die Sendung starte im Herbst. Das Schweizer Fernsehen setzt «Deal or No Deal» im Sommer nach sechs Jahren ab.

«Ich hatte den Eindruck, dass die Leute nicht sehr überzeugt waren.»

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