Die meisten Schweizer Beschäftigten erhalten im nächsten Jahr einen höheren Lohn. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter den Schweizer Personalchefs, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegt. 66 Prozent der Firmen planen eine Lohnerhöhung, 33 Prozent rechnen mit einer Nullrunde und 1 Prozent mit einer Lohnsenkung. Zwei Monate vor der Abstimmung über die umstrittene 1:12-Initiative ist die Erleichterung der Arbeitgeber spürbar. «Es ist erfreulich, dass es wenig Lohnabbau gibt», sagt Roland Müller, der Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes.

Jene Unternehmen, die eine Lohnerhöhung budgetieren, wollen die Gehälter im Schnitt um ungefähr 1 Prozent erhöhen. Rechnet man jene Firmen mit ein, die eine Nullrunde planen, steigen die Nominallöhne im Durchschnitt um schätzungsweise 0,7 Prozent. Das ist weniger, als die Gewerkschaften verlangen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund stellte vor einer Woche die Forderung auf, die Löhne müssten um 1,5 bis 2 Prozent steigen. Travail Suisse verlangt 1 bis 2 Prozent mehr Lohn.

Wie viel den Lohnempfängern letztlich in der Tasche verbleibt, hängt von der Teuerung ab. Wenn die Prognose der Nationalbank und des Bundes eintrifft, die fürs kommende Jahr mit einer Teuerung von 0,2 Prozent rechnen, ergibt sich eine durchschnittliche Reallohnerhöhung von 0,5 Prozent. Das wäre das sechste Mal in Folge, dass in der Schweiz die effektiven Löhne steigen.

International steht die Schweiz damit gut da. Gemäss einem Vergleich von 17 Ländern sind die Nominallöhne zwar dieses Jahr in keinem Land so wenig angestiegen. Wegen der Minusteuerung resultierte jedoch eine Reallohnerhöhung, die nur von jener in China übertroffen wird.

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