Gleich sieben Bergsteiger kamen diese Woche ums Leben. Zwei starben am Donnerstag an der Westflanke des Eigers im Berner Oberland. Zuvor waren beim Abstieg vom Lagginhorn (VS) fünf Deutsche 400 Meter in die Tiefe gestürzt.

Beides sind berüchtigte Berge. Seit 1997 sind am Lagginhorn bis heute 13 Menschen tödlich verunglückt. Der Eiger nimmt mit 24 Bergtoten gar den traurigen zweiten Platz der gefährlichsten Schweizer Gipfel ein. Nur ein Berg gilt bei Hochtouren – also Touren ab einer Höhe von rund 3500 Metern – als noch gefährlicher: das Matterhorn. 75 Menschen starben in den vergangenen 14 Jahren beim Versuch, den Gipfel zu erklimmen. Das zeigt eine Erhebung des Schweizer Alpenclubs (SAC), der alle Bergnotfälle erfasst. Sie basiert auf Einsätzen verschiedener Bergrettungsorganisationen wie beispielsweise der Rega.

«Das Matterhorn ist nicht so einfach zu besteigen, wie man sich erzählt», sagt Urs Wellauer, Präsident des Schweizer Bergführerverbands. «Manche kommen von der gängigen Route ab, dann kann es gefährlich werden.» Ausserdem biete das Matterhorn bei einem plötzlichen Wetterwechsel nur wenig Schutz. Einfach irgendwo unterstellen könne man sich nicht. Dass die meisten tödlichen Hochtour-Unfälle auf dem Matterhorn vorkommen, liegt aber auch daran, dass er als Schweizer Wahrzeichen ein besonders beliebtes Ziel ist. Nach Schätzungen des Matterhorn-Hüttenwarts Kurt Lauber sind es jährlich rund 3000 Personen, die den Gipfel erklimmen wollen.

Jeder Berg habe seine Besonderheiten sagt Bergführer Wellauer. Deshalb gäbe es keine Pauschalratschläge für Bergsteiger. Zurzeit seien viele Gipfel aber noch mit Schnee bedeckt, zum Teil mit Altschnee vom letzten Winter. Dieser sogenannte Firn kann eine Route glatt und rutschig machen, wenn er nicht gefroren ist.

2011 starben beim Bergsteigen oder Bergwandern in der Schweiz 151 Menschen bei 135 Unfällen. Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich gemäss SAC-Statistik im Juli und August bei klassischen Bergwanderungen, gefolgt von den Hochtouren. Mehr als ein Drittel aller tödlichen Ereignisse ereigneten sich 2011 im Wallis (38 Prozent), gefolgt von den Kantonen Graubünden (15), Bern (13) und Uri (7). Die mit Abstand häufigste Ursache für einen tödlichen Bergunfall ist das Stürzen, danach folgen Lawinen und Steinschläge.

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