VON LUKAS FÜGLISTER

Exakt 65 396 Autos mit deutschem Kennzeichen büsste die Zürcher Stadtpolizei im Jahr 2008. Die meisten wurden wegen zu hoher Geschwindigkeit oder Überfahren eines Rotlichtes geblitzt oder erhielten wegen Parkvergehen einen Bussenzettel.

Seit dem 4. Quartal 2006 werden diese Verkehrssünder konsequent zur Kasse gebeten: Dank einem Abkommen zwischen Deutschland und der Schweiz können die Polizeikorps seither deutsche Fahrzeughalter ausfindig machen und ihnen die Bussen zustellen.

Das zeigt jetzt Wirkung: Satte 83 Prozent der in Zürich erwischten Deutschen bezahlten letztes Jahr brav ihre Busse. Bei einem durchschnittlichen Bussenbetrag von 65 Franken spülten die Deutschen 2008 mehr als 3,5 Millionen in die Stadtkasse.

Weil solche Abkommen mit anderen Staaten fehlen, kommt ein grosser Teil der Autofahrer mit ausländischem Kennzeichen weiterhin ungeschoren davon. Mehr als 55 639 Bussen konnte die Stadtpolizei im Jahr 2008 nicht zustellen, weil sie nicht an die ausländischen Halterdaten herankam – oder weil der Aufwand dafür schlicht den Ertrag übertreffen würde.

So geht viel Geld verloren: Allein in der Stadt Zürich waren es letztes Jahr 3,6 Millionen Franken. «Wir würden deshalb einen automatischen Halterdatenaustausch auch mit weiteren Ländern sehr begrüssen», sagt Michael Wirz von der Stadtpolizei Zürich. Insgesamt stellen die Zürcher jährlich rund eine Million Bussen aus – die Stadt nimmt damit knapp 70 Millionen Franken ein.

Auch die Stadt Basel muss jedes Jahr auf viel Geld verzichten. «Wir schreiben jährlich einen tiefen Millionenbetrag an unbezahlten Bussen ab», sagt der Basler Polizeisprecher Martin Schütz. Die Basler haben mit dem automatischen Halterdatenaustausch mit Deutschland gute Erfahrungen gemacht. «Rund 70 Prozent der gebüssten Deutschen zahlen auch.»

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