Die Führung des FC Basel ist zum Handeln gedrängt. Nicht nur sportlich. Seit dem offiziellen Ausstieg der Fussball-Mäzenin Gigi Oeri auf Anfang Jahr liegt die ganze finanzielle Last auf dem Vereinspräsidenten und Anwalt Bernhard Heusler. Er hat von Oeri 91 Prozent der Aktien der FC Basel Holding AG übernommen, die wiederum drei Viertel der Aktien der FC Basel AG besitzt.

Mit einer Effizienzsteigerung in der Geschäftsführung und einer Marketingoffensive hat Heusler im laufenden Jahr versucht, das strukturelle Defizit des Fussballvereins zu minimieren. Doch Heusler weiss: Die Reserven, die in der Vergangenheit durch die sportlichen Champions- League-Erfolge sowie durch die Spielerverkäufe angelegt werden konnten, sind so rasch zerronnen wie gewonnen.

Ein Wirtschaftsanwalt mit Erfahrung im Fussballbusiness sagt: «Ein Klub in der Grösse des FC Basel braucht ein Polster von rund 30 Millionen Franken, um abgesichert zu sein.» Und diese fehlen: die «Deep pockets», die reichen Geldgeber im Hintergrund, die aushelfen, wenn auf die Schnelle Geld benötigt wird oder Dellen in der Bilanz ausgebügelt werden müssen.

Heusler räumt auf Anfrage des «Sonntags» ein, dass er diese Rückversicherung nicht hat: «In den letzten Monaten sind Gespräche geführt worden mit Personen, die allenfalls dem FCB als eine Art Trägerschaft zur Seite stehen könnten. Diese Gespräche sind aber nicht so weit gediehen, dass man Konkreteres berichten könnte.»

Positive Überraschungen sind nicht ausgeschlossen; doch Recherchen bei einschlägigen Basler Kreisen lassen derzeit eher nicht erwarten, dass solche demnächst eintreffen. Ein ebenso vermögender wie vernetzter prominenter Basler bestätigt, an Gesprächen beteiligt gewesen zu sein. Sie seien allerdings versandet und er habe keine Kenntnis, dass sie anderswo erfolgreicher verliefen.

Gemäss Heusler hat Gigi Oeri seit dem 1. Januar 2012 keine Rechte und Forderungen mehr beim FC Basel. Er tritt damit Gerüchten entgegen, die Fussballmäzenin habe sich nur vordergründig zurückgezogen und Heusler wirke bloss als Treuhänder. Eine solche Konstruktion würde etwa begründen, weshalb Gigi Oeri im Handelsregister weiterhin als Präsidentin der FC Basel Holding eingetragen ist.

Doch Heusler sagt: «Die Anmeldung aller Mutationen beim Handelsregister ist erfolgt.» So ganz scheint Heusler die Abnabelung von Oeri dennoch nicht vollzogen zu haben. Denn Heusler sagt auch: «Es versteht sich von selbst, dass ein Verkauf der Holding-Aktien nicht ohne Konsultation mit Frau Oeri erfolgen würde.»

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