Am 2. Oktober 2001 blieben alle Swissair-Flugzeuge am Boden. Zehn Jahre nach dem Grounding blickt der damalige Konzernchef Mario Corti zurück – mit einer Mischung aus Enttäuschung, Verbitterung und Wut. Corti erhebt schwere Vorwürfe und sagt, die «Eliten» in Wirtschaft und Politik hätten den Untergang der Swissair «bewusst in Kauf genommen»: «Grounding und Nachlassstundung waren beabsichtigt», schreibt Corti in einem Gastbeitrag, den «Der Sonntag» publiziert. «Der Bund entschloss sich erst nachher zur Hilfe.»

Bei Corti hat dieses Trauma Spuren hinterlassen. «Mein persönliches Vertrauen in gewisse Vertreter der helvetischen «Elite» wurde jedenfalls gründlich und wohl für immer zerstört.» Mit der Swissair sei «ein Stück Schweiz gestorben».

Für den heute 64-jährigen Corti steht fest: «Eine Rettung der Swissair-Gruppe war auch nach den tragischen Ereignissen des 11. Septembers absolut möglich.» Er selber bereut dennoch nicht, von Nestlé zur Swissair gewechselt zu haben: «Für die Sache und die vielen Menschen, die an diese Sache glaubten, würde ich es wieder tun.»

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