In Herrliberg entsteht eine Villa. Keine gewöhnliche Villa, sondern eine sehr grosszügige Villa. 30 Millionen Franken koste sie, sagt Bauunternehmer Patric Simmen, dessen Firma, die Simmen Group, das Prachtwerk für einen Banker aus dem Boden stampft. In einem Wettbewerb habe man sich gegen namhafte Architekten durchgesetzt. Im Verlauf des Jahres dürfte die «Neo One» mit einer Wohnfläche von 760 Quadratmetern fertiggestellt sein. Die Tiefgarage hat laut Prospekt Platz für sieben Autos.

Simmen baut nicht für das Volk, er baut für die Schönen und – vor allem – Reichen in der Schweiz. Für David Blumer soll er schon gebaut haben (ex Swiss Re, nun Blackrock). Oder für Thomas Limberger, den früheren Chef von OC Oerlikon und Von Roll. Heute nennt Simmen keine Namen mehr.

60 Prozent seiner Kunden seien Expats, sagt Simmen. Ausländer, die zeitweise in der Schweiz lebten. Simmens Spezialität ist der Vollservice. Wenn verlangt, beschafft er das Land, entwirft er das Gebäude, die Gartenanlage oder den Innenausbau bis hin zu den Möbeln und Bildern an der Wand. «Wir übergeben ein fertig eingerichtetes Haus», sagt er. Wahlweise mit Hallenbad im Stil der Alpentherme Vals oder Weinkeller mit Bankettsaal.

Bei der Gestaltung richtet er sich nach dem Geschmack seiner Kundschaft, und der muss nicht eben diskret sein. Wie etwa bei der Villa Baronial, die sich noch im Entwurf befindet (siehe Bild oben). Nicht wenige Kunden dürften aus Osteuropa stammen, gibt es Simmens Website doch auch auf Russisch.

Das Geschäft läuft offenbar gut. Vergangenes Jahr habe die Simmen Group einen Umsatz von 280 Millionen Franken generiert, sagt Finanzchef Sven Sturm. Und auch das aktuelle Jahr sei sehr erfreulich angelaufen. Genaue Zahlen nennt er jedoch nicht. Die Simmen-Group profitiere vom tiefen Zinsniveau. «Unsere Kunden investieren derzeit rund einen Drittel ihres Vermögens in Immobilien», sagt Sturm.

Dabei sah vor einem Jahr noch vieles weniger rosig aus. Damals trennte sich Simmen von seinem Partner Urs Wietlisbach, die Geschäftsführung verliess die Firma. Auch die Zahl der Mitarbeiter sank deutlich von einst über 60 auf heute 35 Personen. Man habe halt unterschiedliche Vorstellungen gehabt, sagt Simmen lakonisch.

Nun sucht er neue Investoren. Bis zu 48 Prozent seiner Aktien will er an Freunde oder ehemalige Kunden verkaufen. Zudem wirbt die Simmen Group für Beteiligungen an einzelnen Bauprojekten in Kreditform. 8 Prozent offeriert sie gemäss Unterlagen für nachrangige Darlehen an das Projekt «The Fifth Element» in Schindellegi.

Richtig viel Geld dürfte Simmen verdienen, falls sein Projekt in Khabarowsk, im Osten Russlands, umgesetzt wird. Mehr als eine Milliarde Franken Volumen habe dieses, sagt Simmen. Ein zweistelliger Millionenbetrag an Honorar liesse sich generieren, wobei dieser teilweise an Externe fliessen würde. Hinter dem Auftrag dürfte der russische Holz-Unternehmer Alexander Lephikov stehen, dessen Firma Arkaim den Sitz in Zürich hat und der offenbar auch hier lebt. Vermutlich in einer Villa der Simmen Group.

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