Wie lange bleibt Michael Schumacher (43) noch in seinem privaten Paradies in Gland VD am Genfersee? Seine Idylle ist getrübt, seit vor wenigen Tagen die Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer eingereicht wurde. Im Interview mit dem «Sonntag» drohte der Formel-1-Rekord-Weltmeister mit Wegzug, sollten seine Steuervorteile abgeschafft werden.

Doch mit Mitleid kann Schumacher nicht rechnen. «Dann soll Schumi eben gehen», sagt SP-Nationalrätin (BL) Susanne Leutenegger Oberholzer. «Wir lassen uns nicht erpressen.» Und Manuela Schiller vom Initiativkomitee doppelt nach: «Wegziehenden Finanznomaden weinen wir keine Träne nach.» Selbst der Gemeindepräsident von Gland, Gérald Cretegny, bleibt gelassen: «Sollte Michael Schumacher wegziehen, wäre das für uns kein Problem.»

Schumacher erklärte vergangene Woche: «Natürlich sind wir flexibel, und wenn aus irgendwelchen Gründen die Dinge sich verändern, gibt es auch andere Plätze in der Welt, wo ich mir einen Wohnsitz vorstellen könnte.»

Dass die Formel-1-Legende bald seine 55-Zimmer-Luxusvilla am Genfersee verlassen könnte, schlug auch in Deutschland hohe Wellen. «Schumi droht mit Steuerflucht», titelte die «Bild», nicht ohne polemisch dem «armen, reichen Rekord-Weltmeister» eine Liste von Steuerparadiesen nachzureichen. «Schau mal Schumi, hier sparst du noch mehr Steuern», schrieb die Boulevard-Zeitung und schlug ihm Katar und Kasachstan vor.

Die Gewerkschaft Unia, Befürworterin der Initiative, glaubt ohnehin nicht an einen Wegzug: «Wenn Herr Schumacher seinen Wohnort einfach nach steuerlichen Kriterien aussuchen würde, dann würde er heute schon in einen Wüstenstaat ziehen», sagt Sprecher Nico Lutz. Offensichtlich gäbe es noch ein paar andere Argumente, in der Schweiz zu bleiben. Auch Mitinitiantin Schiller hebt die Vorteile der Schweiz hervor, so könnten beispielsweise Promis in der Schweiz angenehm und unbehelligt leben. «Wir werden ja sehen, was Familie Schumacher macht, wenn die Pauschalsteuer abgeschafft worden ist.» Schumis Argumente hätten schon vor zwei Jahren im Abstimmungskampf im Kanton Zürich nicht gezogen. Unterm Strich habe sich die Abschaffung der Pauschalsteuer für Zürich gelohnt.

Schumachers Vermögen wird auf rund 700 Millionen Euro geschätzt. Die Pauschalbesteuerung verschafft ihm vermutlich Steuerprivilegien in Millionenhöhe.

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