Ein Referendum gegen das kürzlich beschlossene Importverbot von Delfinen wird es definitiv nicht geben. Das bestätigt Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger auf Anfrage. Zwar würden sie genügend Unterschriften zusammenbringen, ist er überzeugt. Doch der Abstimmungskampf wäre ohne Partner zu kostspielig.

Das bedeutet: Die drei verbleibenden Connyland-Delfine werden nun weggegeben oder verkauft. «Die Suche nach geeigneten Plätzen hat oberste Priorität», sagt Brandenberger. «Die Delfine sollen es in ihrer neuen Heimat genauso gut haben wie bei uns.» Das wird nicht einfach, denn die Lagune in Lipperswil TG zählt zu den grössten in Europa.

Dennoch kommt nur ein anderes Delfinarium infrage. Für eine Bucht seien die Tiere nicht geeignet. «Sie sind nur das gefilterte, saubere Wasser gewohnt, das Meerwasser ist verschmutzt.» Aber die Zeit drängt. Das siebenjährige Männchen Angel ist bald geschlechtsreif und wird sich deshalb mit der Mutter Chicky paaren wollen, dem letzten verbleibenden Weibchen. Angel soll deshalb bis Jahresende ein neues Zuhause finden. Ganz anders ist es hingegen beim einjährigen Secret. «Bevor ein Delfin zwei Jahre alt ist, sollte man ihn nicht transportieren», sagt Brandenberger. Glücklicherweise sei Secret sehr gut entwickelt für sein Alter, sodass er notfalls zügig umgesiedelt werden könne.

Der finanzielle Aspekt steht laut Brandenberger im Hintergrund – obwohl ein Delfin zwischen 100 000 und 300 000 Franken einbringen kann. «Lieber geben wir unsere Delfine an einen Ort, an dem sie sich wohl fühlen.» Geld will das Connyland aber vom Bund. «Wir wurden durch das Verbot enteignet und haben deshalb Anrecht auf eine angemessene Entschädigung.» Schliesslich seien die Besucherzahlen nach dem Bau der Lagune stetig gestiegen. Das liege unter anderem an den Meeressäugern.

Wie wichtig das Delfinarium auch für die umliegenden Unternehmen ist, zeigt sich besonders deutlich in der Hotellerie. 70 Prozent der Gäste im Hotel und Restaurant Thurtal kommen wegen des Connylands – und fast alle fragen explizit nach den Delfinen, wie Geschäftsführer Jörn Engelhard sagt. «Die Tiere sind ein Publikumsmagnet, der ganze Thurgau wird zu spüren bekommen, wenn sie weg sind.» Viele Gäste kämen aus Italien, Süddeutschland oder Genf. Das werde sich ohne Delfine wohl ändern.

Das Connyland versucht, diesen Verlust mit einer weiteren Attraktion wett-zumachen. Favorit ist zurzeit der Bau einer neuen Achterbahn anstelle der Lagune. Mit der 2010 eröffneten «Cobra» konnte das Connyland bereits ein jüngeres, erlebnisorientiertes Publikum anlocken. Das erhofft sich Brandenberger auch durch eine neue Bahn.

Die sieben Seelöwen werden hingegen nicht umgesiedelt. Die Lagune sei ganz auf die Bedürfnisse der Delfine abgestimmt und eigne sich deshalb nicht für andere Tiere.

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