VON LUKAS FÜGLISTER

Die Luft ist stickig, auf den Stirnen der Reisenden perlt der Schweiss, die gefühlte Temperatur beträgt mindestens 40 Grad: willkommen in der Zürcher S-Bahn. Rund 65 Prozent der S-Bahn-Züge, die 113 Züge der ersten Generation, verkehren noch immer ohne Klimaanlage. Das mussten die Pendler in dieser Hitzewoche wieder einmal stöhnend erfahren.

Auch in den Städten verkehren viele öffentliche Verkehrsmittel ohne Klimaanlage. Der «Sonntag» wollte wissen, wo der öffentliche Verkehr am hitzetauglichsten ist – und fragte bei 13 Städten nach dem Anteil der klimatisierten Fahrzeuge an der Gesamtflotte. Die Unterschiede sind beträchtlich:

Auf Platz eins im Hitzeranking kommt die Bündner Hauptstadt Chur. Alle 25 Busse der Stadtbus Chur sind vollklimatisiert. Für Verwaltungsratspräsident Dieter Heller eine Selbstverständlichkeit: «Wenn es im Bus stickig und heiss ist, nehme ich auch lieber den klimatisierten Mercedes.»

Deshalb kauft er in Chur schon seit Jahren nur noch klimatisierte Fahrzeuge. «Der öV muss attraktiv sein, nur so können wir die Menschen zum Umsteigen bewegen.»

Am unteren Ende der Liste steht Solothurn: Kein einziger der 32 Stadtbusse verfügt über eine Klimaanlage – auch nicht die sieben neuen, die erst letztes Jahr gekauft wurden. Fabienne Stalder von den Busbetrieben Solothurn BSU:

«Wir haben uns aus Umwelt- und Kostengründen gegen Klimaanlagen entschieden. Der Mehrverbrauch an Diesel ist mit rund 10 Prozent beträchtlich.» Die Solothurner sind offenbar hitzeresistent: «Diese Woche gabs keine Reklamationen – im Hitzesommer im Jahr 2003 eine einzige.»

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