Am 27. September hat Rahel Blocher beim Amtsnotariat Zürich-Altstadt die Firma Robestate AG mit Sitz in Basel gegründet. Mit schriftlicher Bescheinigung vom 25. September hat sie nachgewiesen, dass zu diesem Zweck zehn Millionen Franken bei der Neuen Helvetischen Bank AG hinterlegt worden seien.

Zweck der Firma: Die Übernahme der Redaktionsräumlichkeiten der «Basler Zeitung» am Aeschenplatz sowie der Liegenschaften an der Hochbergerstrasse 15 und 17, in denen Druck und Verlag untergebracht sind. Gemäss dem Gründungsbericht erscheine ein Übernahmepreis von maximal 65 Millionen Franken für die Liegenschaften als «angemessen».

Grundlage dazu sind laut "Sonntag" Schätzungen der Credit Suisse, die für die Hochbergerstrasse im vergangenen August durchgeführt worden sind. Die Finanzierung erfolge unter Verrechnung der bestehenden Hypotheken einerseits über das einbezahlte Aktienkapital und andererseits über Bankdarlehen.

Mit dieser Gründungsurkunde trafen sich Vater Christoph und Tochter Rahel Blocher am 1. Oktober in Männedorf zur ersten Verwaltungsratssitzung der neuen Robestate AG. Vater Christoph amtierte als Vorsitzender, Tochter Rahel als Protokollführerin. In ihrer Eingabe an das Handelsregisteramt Basel-Stadt ernannten sie die Zürcher Ryser Treuhand zur Revisionsgesellschaft und die Advokatur von Karl Schweizer am Aeschengraben 9 zum neuen Domizil der Firma.

Karl Schweizer ist bereits Verwaltungsrat der BaZ Holding.
Vater und Tochter Blocher erreichen mit der Auslösung der Immobilien aus dem Unternehmen zweierlei: Erstens sichern sie sich sichere Werte des Basler Medienunternehmens und zweitens können sie dem Unternehmen damit eine gewisse Liquiditätsspritze zukommen lassen.

Der Deal zeigt jedoch auch, dass die offiziellen Holdingstrukturen nicht den realen Verhältnissen entspricht. Denn Zeitung und Druckerei gehören offiziell der BaZ Holding AG, die wiederum zu hundert Prozent der Medien-Vielfalt Holding AG gehört, die formal der Tessiner Financiers Tito Tettamanti beherrscht. Faktischer Besitzerin ist allerdings die Familie Blocher. Formell wiederum schickt Christoph Blocher dabei jeweils seine Tochter Rahel vor.

Dass Christoph Blocher über seine Robinvest AG eigentlicher Besitzer der "Basler Zeitung" ist, wurde seit Sommer 2010 gemunkelt. Offiziell machte es jedoch erst der damalige Verleger Moritz Suter im November 2011, als er offen eingestand, dass die Zeitung eigentlich der Familie Blocher gehöre. Bereits im Dezember 2011 wurde das Verlagshaus jedoch formell wieder an die Medien-Vielfalt Holding AG weiterverkauft, in der Blocher offiziell nicht in Erscheinung trat. Blocher, so die damalige Aussage von Tito Tettamanti, habe sich allerdings bereit erklärt, für Kosten im Zusammenhang mit der Sanierung des Druckbereichs geradezustehen. Von einem Immobiliengeschäft war nicht die Rede.

Der Verkauf der Immobilien lässt vermuten, dass in den nächsten Wochen und Monaten weitere Schritte der Zerlegung des Basler Medienunternehmens folgen werden. Es ist bekannt, dass sich der Firmensanierer Blocher schon seit längerem vom Druckbereich trennen will. In der Redaktion herrschen zudem ein eisiger Spardruck und die Erwartung, bald aus dem repräsentativen Gebäude am Aeschenplatz ausziehen zu müssen.

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