Kommen sie zum Einsatz, dann wird es teuer: Bis zu 10 900 Franken pro Stunde kosten die diversen Jets und Helikopter, die der Lufttransportdienst des Bundes für Reisen von Bundesräten und ihren Spitzenbeamten bereitstellt. Entsprechend zurückhaltend kommunizieren die Behörden jeweils, welcher Bundesrat die Staatskasse am meisten mit VIP-Flügen belastet.

Eine Aufschlüsselung der Bundeskanzlei zeigt nun, dass die Regierungsmitglieder vergangenes Jahr vermehrt in die Luft gingen: Die Anzahl der geflogenen Stunden stieg von 524 Stunden im Jahr 2010 auf 571 Stunden im Jahr 2011. Dabei eingerechnet sind sowohl Flüge mit den Bundesratsjets Falcon 50 (8600 Franken pro Stunde) und Excel Citation (6200 Franken) wie auch mit Superpuma-Hubschraubern (10 900 Franken).

Mit Abstand am häufigsten flog 2011 die damalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, die in ihrem letzten Amtsjahr zugleich Bundespräsidentin war. Sie verbrachte 142 Stunden im Bundesratsjet und weitere 46 Stunden im Hubschrauber. Ihr Nachfolger im Aussendepartement (EDA), Didier Burkhalter, senkte die Anzahl Flugstunden in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres deutlich.
Der Grund für den Rückgang liegt laut einem EDA-Sprecher darin, dass Burkhalter in den ersten Monaten als neuer EDA-Vorsteher wenig Auslandreisen unternahm, um sich zuhause «auf die Führung der Dossiers des neuen Departements und die dazu notwendigen Kontakte» zu konzentrieren. Inzwischen hat Burkhalter aber aufgeholt und brachte es bis zum Freitag dieser Woche auf 76 Stunden alleine im Bundesratsjet.

Eine weitere Vielfliegerin ist Doris Leuthard. Ihr Umwelt-, Verkehrs- und Energiedepartement (Uvek) benutzte 2011 während 61 Flugstunden einen Bundesratsjet und während weiteren 42 Stunden einen Helikopter. Eine Departementssprecherin begründet dies damit, dass zum Uvek verschiedene Dossiers gehörten, die eine stark internationale Ausrichtung hätten. Dies erfordere einen regelmässigen internationalen Austausch auf Experten- und Ministerebene.

Die Flüge werden den Departementen jeweils separat verrechnet. Sie verfügen über jährliche Flugstundenbudgets beim Lufttransportdienst des Bundes von insgesamt 12 Millionen Franken. Diese Budgets würden in der Regel aber nicht ausgeschöpft, sagt ein Sprecher der Bundeskanzlei.

Schon bald dürften die Flugreisen für die Regierungsmitglieder bequemer werden: Weil der über 30-jährige Jet vom Typ Dassault Falcon 50 zunehmend pannenanfällig wurde, ist das Verteidigungsdepartement derzeit auf der Suche nach einem Ersatzflugzeug. Kaufen will der Bund einen Jet des Nachfolgemodells Falcon 900. Kosten darf die neue Bundesratsmaschine maximal 35 Millionen Franken.

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