Das Dokument bringt die obersten Strafverfolger der Schweiz in Erklärungsnot. Rund ein halbes Jahr nach dem Freispruch für den Zürcher Privatbankier Oskar Holenweger hält US-Anwalt Jeffrey P. Manciagli in einer Stellungnahme an Holenwegers Rechtsvertreter in den USA fest: «Herr Ramos hat mir zweifelsfrei mitgeteilt, dass er und (...) Dr. Roschacher einen Vertrag unterzeichnet hatten, der Ramos garantiert, dass er eine Prämie von 15 Prozent der 132 Millionen US-Dollar, die bei der Salinas-Familie beschlagnahmt wurden, erhält.» Das sind umgerechnet mehr als 20 Millionen Franken.

Ramos behauptete, der Bruder des früheren mexikanischen Präsidenten sei in den Drogenhandel verwickelt. Das Verfahren musste später eingestellt werden, doch da hatte Roschacher dem kolumbianischen Schwerkriminellen längst die 15-Prozent-Regelung unterbreitet.

Auf Nachfrage bestätigt Ramos-Anwalt Manciagli, er habe sich bei Roschacher erkundigt, wie es denn nun um die Prämie stehe. «Ich erhielt die Antwort, der Fall sei noch nicht erledigt und deshalb sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden, wie die Belohnung für Ramos aussehe», sagt Manciagli.

Die Zusammenarbeit mit Ramos bei den Salinas-Geldern war der verhängnisvolle Startschuss im Fall Holenweger. Dabei wurde dem V-Mann ebenfalls ein Erfolgshonorar in Aussicht gestellt. Roschachers Handeln wird bis heute gedeckt. Auf die Bitte nach einer Stellungnahme reagierte er nicht.

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