Die Aktie der Ems-Chemie hat einen Lauf. Dieses Jahr legte sie um 41 Prozent auf zuletzt Fr. 223.70 zu. Davon profitieren in erster Linie die beiden Hauptaktionärinnen Rahel Blocher und Magdalena Martullo-Blocher, die gemeinsam gut 60 Prozent der Aktien besitzen.

Hätten die zwei den Gewinn seit Jahresbeginn bei ihrer Schwester Miriam Blocher in Basler Läckerli investiert – diese besitzt nebst dem Läckerli Huus weitere 9 Prozent der Ems-Aktien –, hätten sie je fast 20 000 Tonnen Läckerli verspeisen müssen.

Insgesamt wurden die Familienaktionärinnen aus dem Hause Blocher bis Freitagabend dank ihrer Ems-Beteiligung um eine Milliarde Franken reicher. Derzeit ist das Chemie-Unternehmen an der Börse mit 5,2 Milliarden Franken kapitalisiert. Auf 3,6 Milliarden beläuft sich dabei der Anteil der Blocher-Familie, die ihre Aktien entweder direkt (Miriam Blocher) oder indirekt über die Firma Emesta (Rahel Blocher und Magdalena Martullo-Blocher) hält. SVP-Parteipatron Christoph Blocher ist schon seit längerem nicht mehr dabei. Im Jahr 2004 trat er aus der Gesellschaft aus, nachdem er Bundesrat geworden war.

Den Aktionären der Ems scheint die neue Leitung unter Magdalena Martullo sowieso besser zu gefallen. Mit dem Austritt von Christoph Blocher 2004 endete auch ein langer Negativtrend an der Börse. Nur einmal, nach einem starken Einbruch im Jahr 2008, näherte sich der Aktienkurs noch einmal dem damaligen Stand von rund 80 Franken.

Für das starke Plus seit Anfang Jahr scheint es keinen konkreten Grund zu geben. ZKB-Analyst Martin Schreiber sagt, Ems profitiere davon, dass defensive Titel derzeit allgemein gefragt seien, und verweist etwa auf die Agrochemie-Firma Syngenta, deren Aktien seit Jahresbeginn um 29 Prozent an Wert gewannen. Die Ems sei solide unterwegs, hält Schreiber fest. Und so werden die Blocher-Schwestern mit gutem Gewissen noch einige Läckerli verputzen können.

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