BILLETT EINEN GANZEN MONAT WEG

Der SVP-Nationalrat verunfallte im Dezember 2009 schwer: «Ich war leider nicht angegurtet».

VON SANDRO BROTZ

Der Autounfall von Christoph Mörgeli ist juristisch abgeschlossen – mit einer Busse und einem einmonatigen Ausweisentzug für den Zürcher SVP-Nationalrat.

Nach Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich hat die Staatsanwaltschaft See/Oberland das Verfahren jetzt mit einem Bussbescheid abgeschlossen. «Das ist korrekt», sagt Mörgeli dem «Sonntag». Er wurde wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs laut Artikel 31 des Strassenverkehrsgesetzes zur Rechenschaft gezogen. «Die Busse ist etwas über 200 Franken und dazu kommt ein Ausweisentzug für einen Monat», so Mörgeli. Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 74 881 Führerausweise entzogen. Auch eine bisher offene Frage wird nun von Mörgeli beantwortet: «Ich war bei dieser Fahrt innerorts leider nicht angegurtet.»

Es ist die Morgensonne, die Mörgeli an jenem Montag, 8. Dezember 2009 um 8 Uhr 50 blendet. Mörgeli will an die Session nach Bern, hat aber seinen Koffer vor der Haustür in Stäfa ZH vergessen. Bei der Rückfahrt prallt er mit 40 Stundenkilometern in den Lieferwagen eines Reinigungsunternehmens. Mörgeli kann sich nicht bewegen und muss von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Die Rega fliegt ihn ins Unispital. Dort wird eine Verletzung der Wirbelsäule mit Prellung des Rückenmarks diagnostiziert. Die Verletzung im oberen Halswirbelbereich führt zu Lähmungen in den Armen und Einschränkungen der Beine. Nach einer intensiven Reha-Behandlung kann er die Klinik Balgrist acht Wochen nach dem Unfall verlassen.

Körperliche Beeinträchtigungen sind Mörgeli heute nicht mehr anzusehen. Dass ihn der Unfall verändert und in der politischen Auseinandersetzung milder gestimmt habe, streitet er rundweg ab: «Das hätten wohl meine Gegner gerne.» Mit dem Bussbescheid ist «die Sache für mich erledigt». Der Fahrer des Lieferwagens wartet noch auf eine Zahlung der Versicherung, wie er dem «Sonntag» sagt. Mörgeli habe sich ihm gegenüber jedoch «absolut korrekt verhalten».

Seinen demolierten Rover 75 hat der SVP-Politiker unterdessen gegen einen Jaguar X eingetauscht.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1