VON PATRIK MÜLLER UND FLORENCE VUICHARD

Nach dem Auftritt von Post-Präsident Claude Béglé im «Club» des Schweizer Fernsehens mag sein Vorgänger Anton Menth nicht mehr länger schweigen: «Herr Béglé ist verlogen. Er sagt heute dies – und streitet morgen alles ab.»

In der TV-Sendung dementierte Béglé heftig, dass er ursprünglich ein Doppelmandat bei der Post angestrebt habe: «Ich kann versprechen, das war nie der Fall. Das war nie der Fall.» Menth sagt nun, damit sei Béglé «nicht ehrlich»: «Er hatte am Anfang die Idee, PDG zu werden.»

PDG bezeichnet in Frankreich den Verwaltungsratspräsidenten, der zugleich Geschäftsleiter ist. Menth sass im Herbst 2008 im Personalausschuss, der die Nachfolge für Postchef Ulrich Gygi plante. «Im Ausschuss machte ich Herrn Béglé darauf aufmerksam, dass er als Verwaltungsratspräsident zurücktreten müsse, wenn er CEO werden wolle. Erst dann erklärte er, dass er einzig Verwaltungsratspräsident sein wolle.»

Béglé versucht nun, die Reihen im Verwaltungsrat zu schliessen. Vorgestern Freitag lud er seine VR-Kollegen zu einer ausserordentlichen Sitzung. Sie diente wohl zur Aussprache und Aussöhnung. Die zwei neuen Stellvertreter von Konzernleiter Jürg Bucher waren schon vor der Sitzung auf dem Zirkularweg ernannt worden.

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