Moritz Suter, nominell Verleger der «Basler Zeitung», will 70 Prozent der Aktien den Leserinnen und Lesern verkaufen. Das neue Eigentümermodell, das ihm vorschwebt, erklärte er in einem Vortrag vor der Vereinigung der Basler Ökonomen am Jahrestag seiner Amtsübernahme. Eine Minderheit von 30 Prozent soll demnach zur Stabilität des Unternehmens bei einem kleinen Aktionärskreis bleiben. «Kauft diese Aktien, wenn sie dann zu haben sind», rief Suter seinen Zuhörern zu.

Suter nimmt damit einen Plan seines Vorgängers Martin Wagner auf, der eine Mehrheit der «Basler Zeitung» sogar an die Börse bringen wollte. Doch Suter sind wie zuvor schon Wagner die Hände gebunden: Als Treuhänder anonymer Investoren fehlt ihm jeglicher Handlungsspielraum.

Mit den Geldgebern liegt Suter nach vorliegenden Informationen aber seit Monaten in heftigem Streit. In vertraulichen 4-Augen-Gesprächen gegenüber Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik liess Suter wiederholt durchblicken, SVP-Politiker Christoph Blocher sei sein Kontrahent in dieser Sache. Suter scheint es darauf anzulegen, dass sich diese Information verbreitet. Darauf vom «Sonntag» angesprochen, nimmt Suter nicht Stellung. Blocher hat stets dementiert, persönlich bei der «Basler Zeitung» involviert zu sein.

Gemäss zuverlässigen Informationen hätte Suter eigene Geldgeber zur Hand, doch die bisherigen Investoren seien nicht bereit, ihre Macht bei der «BaZ» abzugeben.

Suter kämpft an verschiedenen Fronten. Mit einer neuen «Basler Zeitung am Sonntag» geht er zumindest auf dem Anzeigenmarkt in die Offensive. Die siebte Ausgabe, die ohne Erweiterung der Redaktion entstehen soll, wird ab dem 8. Januar in einer Auflage von 220000 Exemplaren in der Region Basel gestreut.

Dass Suter in der Lage ist, Geldgeber zu finden, hat er bei seiner Fluggesellschaft Hello bewiesen. Recherchen des «Sonntags» haben nun einen der bisher unbekannten Investoren zum Vorschein gebracht, der zur notwendigen Kapitalaufstockung beigetragen hatte. Es handelt sich um den Bettlacher Medizinaltechnik-Unternehmer Hugo Mathys.

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