VON YVES CARPY

«Ich wäre noch so froh, wir könnten die ganze Bundesverwaltung abgeben», schnaubt der Berner Finanzdirektor Urs Gasche. «Die Verwaltung belegt unser Zentrum so stark, dass die Privatwirtschaft es traditionell schwer hat, es in der Stadt Bern gut zu haben», sagt der Politiker, der nächstes Jahr zurücktritt, um in die Privatwirtschaft zu wechseln.

Die Verwaltung treibe die Preise für Büroraum und die Firmen aus der Stadt. «Die Bundesverwaltung hat aber keine Steuerpflicht. Dafür müssen die Privatpersonen aufkommen.» Doch nicht nur das: Gasche muss zusehen, wie immer mehr gutverdienende Beamte wegziehen. Der BDP-Finanzpolitiker weiss um die Unmöglichkeit seines Wunsches, doch wirbt er damit um Verständnis, wenn Stadt und Kanton Bern im Innerschweizer Standort-Wettbewerb weiter an Attraktivität verlieren.

So stieg der Kanton Bern im neusten Standortranking der Credit Suisse um zwei Plätze auf Rang 18 ab. Ganz anders der Kanton Basel-Stadt: Überraschend katapultierte sich der Hochsteuerkanton nach 2004 von Rang 7 auf Platz 3, hinter das Steuerparadies Zug und die Metropole Zürich (siehe Tabelle).
Dabei steckte der Stadtkanton lange im gleichen Schlamassel wie Bern:

Eine links-grüne Regierung blockierte Reformen – trotz zunehmender Verschuldung. Es klafften Riesenlöcher in der Beamtenpensionskasse. Die Gutverdienenden wanderten in den Speckgürtel der angrenzenden baselländlichen Niedrigsteuergemeinden ab, die Sozialkosten in der Stadt stiegen: «Anfang der Neunzigerjahre dominierte die Krise», erinnert sich Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse. «Man diskutierte sogar über eine Verslumung im Kleinbasler Klybeck-Quartier.»

Der Basler Hader gesellte sich zum allgemeinen Schweizer Malaise niedriger Wachstumsraten, dem EWR-Nein und der Abwanderung von immer mehr Stellen in Billiglohnländer. Doch die Stimmung hat sich in Basel radikal gewandelt. Vor zwei Jahren beschloss das Stimmvolk, die Steuern auf Firmengewinne und Einkommen um je 10 Prozent zu senken.

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