Axpo-Chef Heinz Karrer äussert sich erstmals nach Gerichtsurteil im Fall Mühleberg zur Zukunft von Beznau, dem ältesten AKW der Welt. Karrer wehrt sich gegen eine Befristung des Betriebs, wie sie mehrere Politiker fordern. «Eine Befristung hat grosse Nachteile», begründet Karrer. «Man würde sich, je näher das Ende der Frist rückt, immer mehr überlegen, ob man überhaupt noch in dieses Kraftwerk investieren soll. Das ist für die Sicherheitsphilosophie nicht optimal.»

Bislang sprach die Axpo immer von einer Betriebsdauer von 50 Jahren. Das hiesse, dass Beznau I im Jahr 2019 vom Netz müsste. Doch diese Zahl ist theoretisch. Karrer betont: «Andere Länder – etwa die USA – gehen von viel längeren Laufzeiten aus, beispielsweise von 60 Jahren.» Es ist also keineswegs ausgemacht, dass 2020 Schluss sein wird. Karrer: «Wir investieren weit über dieses Datum hinaus in die Sicherheit. 2020 haben wir die nächste Grossüberprüfung durch das Ensi und wir werden alles tun, damit wir sie wieder bestehen.»

Die beiden Kraftwerke in Beznau, wo die Mitarbeiterzahl von 490 auf 540 erhöht worden ist, seien in einem Top-Zustand. «Man hat immer sehr viel in die Sicherheitstechnik und die Sicherheitskultur investiert. Beznau ist Weltklasse!», sagt Karrer.

Weiter sagt er, der Wegfall von Mühleberg tangiere die Versorgungssicherheit in der Schweiz: «Mühleberg macht etwa 5 Prozent der Grundlast-Produktion aus. Sollte das tatsächlich wegfallen, kommt noch keine Alarmstimmung auf, aber die Anfälligkeit des Systems nimmt zu.» Der Verbrauch nehme weiter zu: «Es gibt keinen Fukushima-Effekt. Der Strombedarf wächst nach wie vor in der Schweiz.»

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