Die fetten Jahre der Velokuriere sind vorbei. Nicht nur wegen der wachsenden Konkurrenz, wie das im eben erschienenen Kinofilm «Dead Fucking Last» mit Mike Müller dargestellt wird, sondern vor allem wegen der stetig sinkenden Löhne der Kuriere. Der Film ist durchaus authentisch: Die Velokuriere üben den Beruf vor allem aus Idealismus aus. So ist auch der grösste Velokurier Veloblitz – wie die Firma der Protagonisten im Kinofilm – genossenschaftlich organisiert.

Allerdings sind die Lohnverhältnisse in der Realität alles andere als solidarisch: Jeder Kurier fährt nur für sich und erhält 45 Prozent seines Umsatzes. Einen Grundlohn gibt es nicht. Um reich zu werden, tue sich das jedenfalls niemand an, sagt der Veloblitz-Kurier Lukas Keller, Die fetten Jahre der Velokuriere sind vorbei. Nicht nur wegen der wachsenden Konkurrenz, wie das im eben erschienenen Kinofilm «Dead Fucking Last» mit Mike Müller dargestellt wird, sondern vor allem wegen der stetig sinkenden Löhne der Kuriere. Der Film ist durchaus authentisch: Die Velokuriere üben den Beruf vor allem aus Idealismus aus. So ist auch der grösste Velokurier Veloblitz – wie die Firma der Protagonisten im Kinofilm – genossenschaftlich organisiert.

Allerdings sind die Lohnverhältnisse in der Realität alles andere als solidarisch: Jeder Kurier fährt nur für sich und erhält 45 Prozent seines Umsatzes. Einen Grundlohn gibt es nicht. Um reich zu werden, tue sich das jedenfalls niemand an, sagt der Veloblitz-Kurier Lukas Keller, Dabei gibt es Beispiele in der Schweiz, die zeigen, dass auch andere Lohnmodelle funktionieren. Beim Velokurier in Bern wird das Geld einer ganzen Schicht unter den verschiedenen Fahrern gleichmässig aufgeteilt. So vermeidet man, dass einzelne Kuriere bevorzugt werden und mehr Aufträge erhalten. In Genf erhalten die Kuriere einen Mindestlohn von über 20 Franken/Stunde, und wenn sie mehr Umsatz generieren, gibt es noch einen Zuschlag.

Jacqueline Badran betont zwar, dass sie für den Ärger der Velokuriere Verständnis habe, hält aber nichts von den alternativen Modellen anderer Kurierfirmen: «Wir haben solche Modelle intensiv geprüft und gerechnet. Sie setzen falsche Anreize. Einzelne Kuriere nehmen dann keine schweren Aufträge mehr an, wo sie zum Beispiel den Berg hochfahren müssen.»

Auch wenn der Veloblitz keine andere Lösung möchte – geht es nach der Gewerkschaft Syndicom, wird sie es wohl bald müssen. Deren Leiter des Sektors Logistik und Mitglied der Geschäftsleitung, Fritz Gurtner, finden diese Zustände «skandalös». Momentan arbeitet Syndicom gerade einen Generalarbeitsvertrag (GAV) aus, dem auch die Velokuriere unterstellt werden sollen: «Da werden wir eine solche Ausbeutung ganz bestimmt nicht mehr akzeptieren.»

Jacqueline Badran wird diese nicht mehr umsetzen müssen. Gemäss Stefan Fröhlich, dem Geschäftsleiter von Veloblitz, ist es aber fraglich, ob die Kuriere einen GAV akzeptieren würden. Er fürchtet, dies würde den Beruf zerstören: «Bei einem Mindestlohn verliert der Job des Kuriers an Reiz.» Sinken die Löhne aber noch weiter, sind wohl schon bald nicht mehr viele bereit, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.

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