VON ARTHUR RUTISHAUSER

Ende April 2007 übernahmen die Österreicher Ronny Pecik und Georg Stumpf zusammen mit Viktor Vekselberg die Kontrolle über 30 Prozent der Sulzer-Aktien. Damit sicherten sie sich die Macht im Traditionsunternehmen. Von Anfang an waren die Umstände, wie die Investoren zu ihren Aktien kamen, umstritten. Daher gab es eine Untersuchung der Finanzmarktaufsicht (Finma).

Verwickelt in die Übernahme war neben den Investoren die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Neue Zürcher Bank (NZB) und die Schweizer Niederlassung der Deutschen Bank (DB). Am 26. Januar veröffentlichte die Finma erste Untersuchungsergebnisse. Die Finma stellte fest, dass Ronny Pecik sen. und Georg Stumpf als organisierte Gruppe ihre Offenlegungspflichten verletzt haben. Auch die ZKB habe aufsichtsrechtliche Pflichten verletzt, hiess es. Die Untersuchung gegen die DB und die NZB wurde fortgesetzt.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse reichte die Finma beim Finanzdepartement Strafanzeige gegen Pecik und Stumpf ein. Die Finma erweiterte die Anzeige auf Vekselberg. Nun ist die Finma-Untersuchung der Rolle der Banken abgeschlossen und gegen die Deutsche Bank wurde eine Verfügung erlassen.

Finma-Sprecher Alain Bichsel sagt auf Anfrage: «Die Finma hat eine Verfügung erlassen. Sie stellt darum fest, dass die Deutsche Bank AG Zweigniederlassung Zürich im Zusammenhang mit der Emission und dem Handel in Effekten der Sulzer AG aufsichtsrechtliche Pflichten schwerwiegend verletzte. Namentlich hat die Finma in diesem Zusammenhang verschiedene organisatorische Mängel bei der Deutsche Bank festgestellt. Diese Mängel wurden von der Deutschen Bank zwischenzeitlich behoben.»

Peinlich ist die Geschichte vor allem für Josef Ackermann. Laut Untersuchungsbericht der Finma, der dem «Sonntag» vorliegt, segnete er den Sulzer-Deal persönlich ab. Ackermann war immer überzeugt von der Unschuld seiner Schweizer Mitarbeiter. Am Industrietag des Branchenverbands Swissmem sagte 2007 Ackermann: «Ich bin fest der Meinung, dass wir alles richtig gemacht haben.»

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!