Der Schütze von Schafhausen BE hätte nicht im Besitz einer Armeewaffe sein dürfen. Das räumte die Armee am Freitag ein. Der Schütze hatte die Waffe im Rahmen seines Armeedienstes als Unteroffizier erhalten. 2007 aus medizinischen Gründen aus dem Dienst entlassen, wurde er aber nie ordentlich abgerüstet. Das heisst: Die Armee vergass, die Waffe einzuziehen.

Armee-Chef André Blattmann will sich jetzt bei den Angehörigen des getöteten Polizisten entschuldigen. Das bestätigt Armeesprecher Daniel Reist. «Wir haben am Freitag darüber gesprochen. Herr Blattmann will eine persönliche Geste machen. Er wird sich bei den Angehörigen entschuldigen.» In welcher Form die Entschuldigung erfolgen soll, sei derzeit «noch offen». Dass die am Tatort sichergestellte Armeepistole dem 35-jährigen Schützen gehörte, ist inzwischen klar. Ob es sich dabei tatsächlich um die Tatwaffe handelt, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Nach dem Todesschuss auf einen Polizisten will der Armeechef 40 000 Dossiers von Personen überprüfen lassen, die aus medizinischen Gründen ausgemustert wurden. Wie viele davon aus psychischen Gründen für dienstuntauglich erklärt wurden, werde ebenfalls überprüft, sagt Armeesprecher Reist.

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