VON SACHA ERCOLANI

Vorgestern Freitag, 23.30 Uhr. Carl Hirschmanns Edel-Club Saint Germain an der Zürcher Bahnhofstrasse ist randvoll. Auch der deutsche Schauspieler und Frauenschwarm Jimi Blue Ochsenknecht (18, «Die Wilden Kerle») feiert im VIP-Bereich ausgelassen mit seinen Kumpels.

Am Tisch nebenan vergnügt sich ein einheimisches Partygirl: Jasmin. Zwei Runden Wodka-Shots sind bereits getrunken, der Champagner steht bereit. Die junge Zürcherin lässt sich in Trinkpose von Fotografen ablichten und fiebert Mitternacht entgegen. Dann will sie auf ihren Geburtstag anstossen.

Doch die ChampagnerGläser klirren nicht, denn es kommt zum Eklat. Ein Clubbesucher beobachtet die Szene: Ein Kellner realisiert, dass es sich bei Jasmin um jene Frau handelt, die am 5.November auf Tele Züri unter falschem Namen und für den TV-Zuschauer unerkennbar über seinen Chef – Carl Hirschmann – sprach und Unwahrheiten erzählte, wie der Kellner weiss. Sofort ruft er zwei Männer vom Sicherheitsdienst. Diese bitten Jasmin, den Club zu verlassen, was sie umgehend macht.

Dass die Clubleitung so reagierte, ist nicht verwunderlich: Es war Jasmin, die Party-König Carl Hirschmann (29) als erste öffentlich an den Pranger stellte, nachdem er Anfang November in Zürich wegen einer Anzeige seiner eifersüchtigen Ex-Freundin auf offener Strasse verhaftet worden war. Mit ihrem Fernseh-Interview trat Jasmin eine Lawine von Medienberichten los. «Carl und sein Kollege zwangen eine gute Kollegin von mir, ihnen einen zu blasen. Dies passierte im Platinum Room von Carls Club. Er drohte ihr, sie sonst nicht mehr rauszulassen», sagte sie dem TV-Sender..

Doch bereits zwei Wochen nach den Fernsehaufnahmen kursierten in der Zürcher Partyszene Gerüchte, dass Jasmin alles nur erfunden habe. Dies wurde nun am vergangenen Donnerstag von Jasmins Kollegin Petra (Name von der Redaktion geändert) bestätigt. Als sie von ihrem Umfeld immer wieder auf Jasmins Aussagen angesprochen wurde, plagte Petra ein schlechtes Gewissen – und sie verfasste eine schriftliche Erklärung, in der sie das Ganze richtigstellte. Diese belegt, dass Carl Hirschmann das Opfer einer Intrige wurde.

In dem Dokument, das dem «Sonntag» vorliegt, schreibt Petra: «Ich hatte einen Anruf von einer Kollegin, die bei Radio 24 arbeitet, erhalten und wurde gefragt, ob ich eine Person kenne, die Informationen über Carl Hirschmann besitzt. Ich gab dann zur Antwort, dass ich eine Kollegin habe, die viel im Saint Germain verkehrt und in der Szene vernetzt ist. Ich gab dann der Kollegin von Radio 24 die entsprechende Telefonnummer von Jasmin.»

Darauf kontaktierte auch Tele Züri Jasmin und bat sie um ein Interview. «Ich begleitete Jasmin ins Studio des Fernsehsenders, um ein Interview zu geben, welches dann am Abend in den ‹Züri News› ausgestrahlt wurde», steht in der schriftlichen Erklärung von Petra weiter. «Die im Interview genannte Jenny war Jasmin. Durch das Interview vom 5.November wurde Carl Hirschmann fälschlicherweise extrem geschädigt. Ich war beim Interview dabei und bestätige hiermit, dass das ganze Interview und seine Inhalte von Jasmin frei erfunden waren und nur wegen persönlichen Differenzen so ausgesprochen wurden.»

Die Saint-Germain-ClubLeitung bestätigte gestern Samstag den Sachverhalt: «Es stimmt, dieses Schreiben haben wir letzte Woche erhalten.» Mehr will aber auch Hirschmanns Sprecher Sacha Wigdorovits nicht sagen: «Aufgrund des laufenden Verfahrens möchten wir uns dazu nicht äussern.»

Der «Sonntag» erreichte Jasmin gestern Nachmittag per Telefon. Sie bestätigte den Inhalt des Dokuments und sagte: «Ich habe mich heute bei Hirschmann telefonisch entschuldigt und bereue alles.» Warum sie so handelte – dazu wollte sie nichts sagen. «Für mich ist es damit abgeschlossen.»

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