VON KATIA MURMANN

Angolaner, Nigerianer und Algerier: Bei diesen Einwanderern ist die Kriminalitätsrate in der Schweiz am höchsten. Das zeigt eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik (BfS), die dem «Sonntag» vorliegt. Darin wurde erstmals, aufgeschlüsselt nach Nationen, die Anzahl der straffällig gewordenen Ausländer in Relation zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz gesetzt. Entstanden ist eine Art Rangliste der kriminellsten Ausländer. Die Ergebnisse:

Auf den ersten zehn Plätzen finden sich Bürger aus acht afrikanischen Ländern. Am höchsten ist die Kriminalitätsrate bei Staatsangehörigen aus Angola (6,3-mal mehr Straftaten als Schweizer Bürger), es folgen Nigeria (6,2-mal mehr) und Algerien (6-mal mehr). Auch Serben, Montenegriner und Kosovaren haben eine hohe Kriminalitätsrate: Sie begehen im Schnitt 3,1-mal mehr Verbrechen als Schweizer Staatsbürger. Gesamthaft betrachtet sind Ausländer krimineller als Schweizer: Sie begehen 1,6-mal mehr Verbrechen als Personen mit Schweizer Pass.

Eine Ausnahme sind die Einwanderer aus unseren Nachbarstaaten: Österreicher, Franzosen und Deutsche sind unterdurchschnittlich oft kriminell und liegen in der Auswertung des Bundesamtes für Statistik hinter den Schweizern auf den letzten Plätzen. Die Auswertung des Bundesamtes für Statistik bezieht sich auf 18- bis 34-jährige Männer – auf jene Personengruppe, welche gemäss Erhebungen die meisten Delikte begeht. Berücksichtigt wurden Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB), also Delikte wie Diebstahl, Mord, Körperverletzung, Betrug, Erpressung, Menschenhandel und Vergewaltigung.

Nicht berücksichtigt wurden Drogendelikte. Auch hier stehen afrikanische Staatsangehörige an der Spitze. Erst vergangene Woche informierte die Polizei, dass der Kokainmarkt in der Schweiz hauptsächlich von Nigerianern und anderen Gruppen aus Westafrika dominiert wird. Die Drogendealer kommen meist als Asylbewerber getarnt in die Schweiz.

Auf dieses Problem hatte der Direktor des Bundesamtes für Migration (BfM), Alard du Bois-Reymond, bereits im April in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» hingewiesen – und war dafür scharf kritisiert worden. Gegenüber dem «Sonntag» zeigt sich du Bois-Reymond nun überrascht «über die Deutlichkeit des Bildes» der neuen Statistik. «Die Zahlen sind frappierend», so der BfM-Chef. Er fühle sich dadurch in seiner Haltung bekräftigt. Du Bois-Reymond: «Noch immer sind Afrikaner in der Schweiz zu wenig gut integriert.»

Für Polizisten sind die Ergebnisse der Auswertung wenig überraschend: «Die Statistik bestätigt, was wir als Polizisten jeden Tag erleben», sagt Heinz Buttauer, Präsident des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB). «Wir beobachten seit Jahren, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die mit dem Vorsatz in die Schweiz kommen, hier zu delinquieren.» Dieses Problem habe sich in den letzten Jahren verschärft.

«Es ist leider so, dass immer die gleichen Leute in der Schweiz straffällig werden, aber es passiert ihnen nichts», so Buttauer. Er könne nicht verstehen, warum Ausländer, die permanent gegen das Gesetz verstossen, hier leben dürften. Buttauer: «Auch um wirklichen Flüchtlingen eine Chance geben zu können, ist es unerlässlich, dass Asylbewerber mit einem negativen Bescheid nicht über Jahre hinweg rekurrieren können, sondern rasch ausgeschafft werden.»

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