Nach der Dokumentation über Christoph Blocher sorgt erneut ein Film für Aufregung unter Politikern. Die Komödie «Achtung, fertig, WK!» gelangt nächsten Monat in die Kinos. Der Film ist, wie schon sein erfolgreicher Vorgänger «Achtung, fertig, Charlie!» eine Parodie auf das Leben im Militär. «Sex, Sodomie und Soldaten»: So titelte die Zeitung «20 Minuten» über eine Vorschau zum Film.

Grosszügig unterstützt wird der Streifen, für den Regisseur Oliver Rihs Regie führte, vom Bundesamt für Kultur: 800 000 Franken erhielten die Macher für die Herstellung des Films, weitere 20 000 Franken gab es für die Arbeiten am Drehbuch. Der Betrag entspricht einem Drittel der Gesamtkosten des Films.

Das ärgert SVP-Politiker. Er sei nicht grundsätzlich gegen staatliche Filmförderung, sagt der Zürcher Nationalrat Hans Fehr: «Es darf aber nicht sein, dass Filme unterstützt werden, in denen das Militär in den Dreck gezogen wird.» Die Armee sei eine «verfassungsmässig garantierte Institution». Mit dieser könne man sich durchaus kritisch auseinandersetzen: «Aber wenn man sie bloss lächerlich macht, dann bitte ohne Staatsfinanzierung.» Auch Fehrs Nationalratskollege Christoph Mörgeli (SVP/ZH) hält den Film «künstlerisch wohl nicht für fördernswert».

Die Armee unterstützt den Film – anders als noch den Vorgänger aus dem Jahr 2003 – nicht. Zum Inhalt des Werks will sie sich nicht äussern. Noch im April hatte ein Sprecher gesagt, sie habe eine Anfrage der Filmemacher um Unterstützung abgelehnt, weil sie sich «im Drehbuch nicht wiedererkannte».

Matthias Aebischer, Präsident des Filmbranchendachverbands Cinésuisse und SP-Nationalrat, weist die politische Kritik am Film zurück. «Da beschweren sich die gleichen Kreise, die sonst fordern, man solle mehr Filme für die breite Masse machen.»

Die Fachkommission des Bundes, welche die Fördergelder ausspreche, entscheide aufgrund künstlerischer Kriterien. Dieses Prinzip gelte es zu bewahren. «Wir sollten das Filmeschaffen in diesem Land nicht unnötig politisieren», sagt Aebischer. «Ein Blocher-Film muss ebenso Platz haben wie eine Komödie über die Armee.»

Bereits die Subvention für die Dokumentation «L’expérience Blocher» des Filmemachers Jean-Stéphane Bron («Mais im Bundeshaus») hatte kürzlich zu Kritik an der Filmförderung geführt. Einzelne SP-Politiker störten sich im Vorfeld der Filmpremiere in Locarno am Bundesbeitrag von 260 000 Franken für das Porträt über den SVP-Politiker. Der Film gelangt ebenfalls im Oktober in die Kinos.

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