VON LUKAS FÜGLISTER

Der Durchfallerreger Campylobacter ist in der Schweiz aktiv wie seit Jahren nicht mehr. In den vergangenen 52 Wochen sind 8193 Menschen erkrankt – 902 mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Dies gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber dem «Sonntag» bekannt.

Seit 2005 hat die Zahl der Erkrankten um fast 50 Prozent zugenommen. Und die gemeldeten Erkrankungen sind nur die Spitze des Eisbergs: Lediglich bei schweren Fällen oder bei Epidemien wird überhaupt untersucht, welcher Erreger die Symptome verursacht. Hauptursache sind verseuchte Hühner. Auch hier gibt es Rekordwerte. Im August 2009 waren 74 Prozent der in Schweizer Schlachthöfen verarbeiteten Hühner mit Campylobacter befallen. Das zeigt eine Untersuchung des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVet).

Beim Menschen verursachen diese Bakterien für mehrere Tage schweren Durchfall, Krämpfe und Fieber, manchmal auch Erbrechen.

«Die Zunahme der Erkrankungen ist zum Teil sicherlich auf die hohen Durchseuchungsraten bei Poulets zurückzuführen», sagt Andreas Baumgartner vom BAG. Wer sichergehen will, dass er sich nicht ansteckt, muss Pouletfleisch richtig durchgaren und Küchenutensilien, die mit Pouletfleisch in Kontakt kommen, sofort waschen. Das BAG überlegt sich nun, in einer breit angelegten Informationskampagne die Bevölkerung für den richtigen Umgang mit rohem Fleisch zu sensibilisieren.

Um die Ausbreitung der Krankheit zu bekämpfen, hat das BVet vor einem Jahr mit den Geflügelproduzenten, den kantonalen Gesundheitsbehörden, dem BAG und den Universitäten eine Plattform gegründet.

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