VON LUKAS FÜGLISTER

Jetzt hat die Schweinegrippe auch die Beizen erreicht: Der Branchenverband Gastrosuisse hat diese Woche seinen Mitgliedern Empfehlungen abgegeben, wie Mitarbeiter und Gäste in Beizen vor dem H1N1-Virus geschützt werden können:

Zu anderen Personen soll ein Abstand von einem Meter eingehalten werden.

Körperkontakt soll weitgehend eingeschränkt werden.

Bei stärkerem Auftreten der Pandemie können die Tische und Stühle in grösseren Abständen platziert werden, um den optimalen Abstand von einem Meter zu ermöglichen.

In einem fortgeschrittenem Pandemiestadium können die Mitarbeiter mit Hygienemasken ausgerüstet werden.

«Diese Massnahmen sind durchaus ernst gemeint», sagt Brigitte Meier-Schmid von Gastrosuisse. Dieser hat den «10-Punkte-Massnahmenplan zum Schutz von Mitarbeitern und Gästen» in der Verbandszeitung «Gastrojournal» an alle 21 000 Mitglieder verschickt.

Meier-Schmid gibt zwar zu, dass die Umsetzung schwierig werden dürfte. «An einer Bar etwa wird der geforderte Abstand kaum eingehalten werden können.» Es gehe jedoch darum, die Wirte zu sensibilisieren und mit den Empfehlungen zu unterstützen. Für die Umsetzung seien aber die einzelnen Betriebe zuständig.

Vom «Sonntag» auf den Massnahmenplan von Gastrosuisse angesprochen, musste Andreas Wichert, stellvertretender Geschäftsführer des bekannten Ausflugs- und Speiserestaurants «Die Waid» auf dem Stadtzürcher Käferberg, zugeben, vom Plan noch keine Kenntnis zu haben. Er begrüsst es zwar, dass der Verband Empfehlungen abgibt. Die Umsetzung scheint ihm aber schwierig: «Beim Service einen Mindestabstand zum Gast von einem Meter einzuhalten, ist schlicht nicht möglich.»

Auch der Präsident des Aargauischen Gastroverbands, Christian Burri, hält den Mindestabstand von einem Meter vor allem unter Gästen für nicht praktikabel: «Bei Banketten und Feiern müsste man ja die Leute anleinen. Das geht doch nicht.» Die Schweinegrippe müsse aber durchaus ernst genommen werden – auch von den Wirten.

Das Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken empfiehlt seinen Mitarbeitern sogar, wegen der Schweinegrippe vorsichtig mit Gratiszeitungen umzugehen, wie «Newsnetz» berichtet. Obwohl das Bundesamt für Gesundheit findet, das Lesen von Gratiszeitungen sei bedenkenlos. Zumindest wenn man sich regelmässig die Hände wäscht.