Das Gewitter mit heftigen Regenfällen und Hagel hat am Samstag besonders im Westaargau zu etlichen Feuerwehreinsätzen geführt. Das teilt die Aargauer Kantonspolizei am Sonntagmorgen mit. «Besonders betroffen waren die Stadt Zofingen und die umliegenden Gemeinden.»

Bahnhofparking Zofingen überflutet

Leservideo von Christoph Eisenhut

Die Autobahn A1 bei Oftringen war teilweise überschwemmt. Wasser von ausserhalb floss auf die Fahrbahn und bedeckte mehrere Fahrstreifen. Kurz nach 18.30 Uhr stand der Verkehr in beide Richtungen komplett still. Später konnte er über den Pannenstreifen geführt werden. Erst "Erst gegen 23.00 Uhr konnten beide Fahrstreifen wieder frei gegeben werden", schreibt die Kantonspolizei.

Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand. Die Höhe der Schäden zu bezeichnen, sei derzeit nicht möglich.

Das heftige Gewitter, das am Samstag von Westen her über den Aargau zog, führte wegen kräftigen Regengüssen und Hagel ab 16.15 Uhr zu ersten Meldungen bei der Kantonalen Notrufzentrale (KNZ). Besonders betroffen war die Region Zofingen. 

Unwetter in Oftringen

Leservideo zum Unwetter von Sarah Schulz aus Oftringen

600 Elementarereignisse

Laut Kantonspolizei standen zirka 25 Feuerwehren wegen über 600 Elementarereignissen im Einsatz. Zusätzlich wurden Regionale Führungsorgane sowie Zivilschutzorganisationen aufgeboten. Die Kantonale Notrufzentrale in Aarau nahm am Abend zirka 350 Notrufe per Telefon entgegen.

Heftige Gewitter haben in Zofingen AG zu grossflächigen Überschwemmungen, Hangrutschen und Stromunterbrüchen geführt. Bei der Notrufzentrale und der Feuerwehr gingen über 400 Schadensmeldungen ein. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand.

Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen in der Nacht auf Sonntag mitteilte.

In den Strassenunterführungen stand das Wasser teils meterhoch, wie wie es in der Mitteilung heisst. Ein Autofahrer, der in der Unterführung Henzmannstrasse stecken blieb, konnte sich selbst aus dem Auto retten.

Hagel in Hirschthal

Video von Leser Marc Ellena

Mehrere Betriebe, Keller, Tiefgaragen, Unterführungen und das Bahnhofparking standen unter Wasser. In einzelnen Quartieren fiel der Strom aus. Der Zivilschutz verteilte Trinkwasser, wie im Kurznachrichtendienst Twitter berichtet wurde. 

Überschwemmung an der Erikaweg und Luzernerstrasse in Zofingen

Leservideo von Mauro Nembrini

Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen am Sonntag mitteilte.

Betroffen von den Überschwemmungen ist auch das Zofinger Tagblatt (ZT). Wie das Unternehmen via Facebook mitteilt, ist etwa die Webseite der ZT am Sonntagmorgen nicht erreichbar. 

250 Rettungskräfte im Einsatz

Insgesamt rückten rund 250 Rettungskräfte zum Einsatz aus, darunter mehrere Feuer- und Chemiewehren, der Zivilschutz und ein Löschzug der SBB. Die Feuerwehr Zofingen rechnet mit einem mehrtägigen Einsatz.

Die Feuerwehren und der Zivilschutz stünden im Dauereinsatz, hiess es in der Mitteilung. Aufgrund der Vielzahl der Alarmmeldungen mussten die Hilfskräfte zunächst Prioritäten setzen. Sie baten die Bevölkerung um Geduld.

Überschwemmung in Oftringen

Leservideo von Roger Peter

Das Unwetter beeinträchtigte auch den Verkehr auf Strasse und Schiene. Laut der Aargauer Kantonspolizei wurde die A1 bei Oftringen überflutet. Kurz nach 18 Uhr sei der Verkehr in beiden Richtungen komplett stillgestanden.

Später konnten die Fahrzeuge über den Pannenstreifen geführt werden. Erst gegen 23 Uhr habe der Verkehr auf allen Fahrstreifen wieder freigegeben werden können.

The streets became rivers! And the worst is yet to come! #weather #storm #zofingen

Ein Beitrag geteilt von Noemie Hefti (@narrenkaiserin) am

In Zofingen standen zudem am Samstagabend zwei Gleise unter Wasser. Die Züge auf der Strecke Basel-Luzern fielen zwischen Olten und Luzern aus, wie der Bahninformationsdienst Railinfo mitteilte. Am Sonntagmorgen konnten zwischen Langenthal BE und St. Urban LU keine Regionalzüge verkehren. Passagiere mussten auf Busse umsteigen.

Im Verlaufe der Nacht habe sich die Lage in der Region Zofingen stabilisiert, teilten die Behörden mit. Zur Beurteilung der Hangrutschgefahr wurde ein Geologe beigezogen.

Am Sonntagmorgen waren noch mehrere Quartiere ohne Strom. Bevor die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne, müssten rund 600 Wohnungen kontrolliert werden.

So heftig stürmte es in Dottikon

Leservideo von Lezeil Nava-Steglich aus Dottikon 

Bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter

Am Samstagnachmittag und -abend waren teils heftige Gewitter über die Schweiz gezogen - und haben der Hitzewelle ein Ende gesetzt. Wurden vorerst noch Temperaturen von bis zu 32 Grad gemessen, stürmte es später am Tag stellenweise heftig.

Die kräftigsten Gewitterzellen entluden sich am Jurasüdfuss und am Bodensee, wie der Wetterdienst MeteoSchweiz auf seinem Blog schreibt. Im Oberaargau fielen stellenweise knapp 90 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Wynau im Kanton Bern wurden in nur 20 Minuten 31 Liter gemessen.

Auch Hagel wurde da und dort verzeichnet. Besonders viele Meldungen gingen aus Orten am Jurasüdfuss ein, wie ein Meteorologe von MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Besonders stürmisch wurde es südlich von Interlaken BE, wo Böen von 105 Kilometern pro Stunde erreicht wurden. (pz/sda)

Haben Sie auch Fotos vom Hagel gemacht? Schicken Sie sie an online@aargauerzeitung.ch!